Community Canvas: Am Beispiel CLC

Tanja Laub, @TanjaOnTour, 1. Vorsitzende des BVCM, hat den Community-Canvas in einer Session beim letzten CommunityCamp in Berlin vorgestellt. Die 3 Ersteller von Community-Canvas.org haben ihr Werk unter einer CC-Lizenz veröffentlicht. Der Community Canvas fordert zum Beschreiben einer Community in 17 Feldern auf, in diesen 3 Hauptbereichen:

  1. Community-Identität (der Kern, die blauen Felder zuerst bearbeiten)
  2. Mitglieder-Erfahrungen (um die geht es, rote Felder)
  3. Community-Struktur (Rahmenbedingungen, grüne Felder)

Bild: Community-Canvas.org

Bild: Aus dem Blog von Tanja Laub

Tanja Laub hat die einzelnen Felder mit Fragen ergänzt, die man sich jeweils stellen sollte, siehe auch ihren Blogpost dazu. Die Ersteller des Community Canvas, und natürlich auch Tanja Laub, sind erfahrene Community-Manager, die wissen worauf es in Communities wirklich ankommt. Also eine gute Gelegenheit, auch die Corporate Learning Community mal in diesem Raster zu beschreiben.

Das war lehrreich. Mir ist aufgefallen, dass ich für die Corporate Learning Community gar nicht alle Fragen beantworten kann. Andere Fragen machen mich nachdenklich. Nach meinem Eindruck ist die Corporate Learning Community ja eine richtig gut funktionierende Community. Gemessen an den Kriterien des Community Canvas scheinen wir aber ein paar Defizite zu haben. Würden wir die Kriterien aber alle erfüllen, wäre unsere Community eine andere. Das beginnt bei formalen Zugangsregeln und führt aus meiner Sicht zu mehr Community-Steuerung, statt der Selbstorganisation mehr Raum zu geben. Aber vielleicht seht Ihr das ja ganz anders.

 

Hier nur ein paar meiner Gedanken:

  • Sollte es ein Onboarding für neue Community-Mitglieder geben?
  • Wer ist eigentlich Community-Mitglied und wer ist es nicht?
    Ist vielleicht gerade unsere Definition „Jeder der sich beteiligt, ist Community-Mitglied“,
    also ohne formale Zugangshürden, offen für jeden, ein Vorteil?
  • Wie aktivieren wir nicht mehr aktive Mitglieder?
    Sollten wir das überhaupt?
    Sollte das nicht jeder selbst bestimmen?
  • Gibt es in der CLC irgendwelche spezifischen Community-Rituale?
    Sind die hilfreich? Brauchen wir die?
    Wie könnten die aussehen?
  • Wann ist die CLC eigentlich erfolgreich?
    Woran messen wir das?
    Sollten wir das messen?
  • Woran spüren CLC-Mitglieder so etwas wie eine CLC-Identität?
    Woran erkennt man uns außerhalb der Community? Was verbindet man mit uns?
  • Haben wir eigentlich Community-Regeln, auch wenn die nicht beschrieben sind?
    Sollten wir welche beschreiben?
  • Gibt es eigentlich verteilte Rollen in unserer CLC?
    Sind die bekannt?
    Sind die Power-User bekannt? Sollten wir die herausstellen?

Bild: Community Canvas CLC 2019

Hier der Community Canvas in Original, hier von mir übersetzt und mit den Fragen von Tanja Laub ergänzt, und hier mit meinen Antworten für die CLC. Ihr könnt die Dateien runterladen (“Kopie speichern” in “Meine Ablage” auf Eurem Google Drive) und als Google Slides bearbeiten, wenn Ihr auf die Lizenz CC BY NC SA 4.0 hinweist. Das ist in jedem Falle eine gute Übung, um sich mit dem Community-Canvas – und den Bedingungen für Communities – vertraut zu machen!

An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an Tanja Laub für die CCB18 Session! In diesem Corporate Learning Podcast könnt Ihr sie ab Minute 16:20 kurz im Interview selber hören.

Eure Kommentare und evt. selbst erstellte Community Canvas sind sehr willkommen!