Ottobock am Dienstag

 

Morning Coffee Time: Zu deinem Kaffee/Tee gibt es heute einen kleinen Kurzfilm. Schau dir “Alike” an, erinnere dich an deine mutigen (blauen) Lernmomente und teile sie mit uns!

 

MINDSET – „Lernen beginnt zwischen den Ohren“ – und was ist mit meinen Ohren?

 

 

Tanmay Vora http://bit.ly/1nYp8Yd

 

Henne oder Ei – Ei oder Henne?

Wir haben uns gefragt, was es zuerst braucht, um Lernen 4.0 im Unternehmen zu verankern… Ist es vielleicht eine fancy Technologie, die auch den Lernmuffel hinter dem Ofen hervorlockt und ihn begeistert? Oder fängt Lernen eben doch eher „zwischen den Ohren“ an und daher braucht es etwas für den/im Kopf, um zu starten? Wir glauben, dass auch das tollste neue Tool zum Knowledge Sharing nicht genutzt wird, wenn das Horten von Wissen für die Mitarbeiter*innen persönliche Vorteile bringt. Daher starten wir mit euch an diesem Punkt: dem Mindset.

Doch wie funktioniert Lernen denn nun aktuell im Unternehmen? Um das herauszufinden machen wir zuerst eine „Nabelschau“; wir greifen uns die Person, die wir garantiert am einfachsten beobachten können – wir schauen auf uns selbst und nutzen dazu die folgenden Denkanstöße:

  • Was bedeutet Lernen eigentlich für mich?
  • Wer ist verantwortlich für mein Lernen?
  • Was brauche ich zum Lernen?
  • Wie/wann lerne ich am Arbeitsplatz?
  • Wie halte ich mich für meinen Job wissenstechnisch auf dem Laufenden?
  • Wann/wo würde ich eigentlich gerne lernen, kann/will/darf aber nicht?
  • Was würde ich mir anders wünschen?

Nehmt diese Punkte einfach digital (Selbsttest – Lernen) oder offline auf einem Blatt Papier mit auf euren Weg durch den Tag und schreibt uns im blog/per Twitter/per facebook zurück, was ihr erlebt habt (und beantwortet so die Fragen an die Community). Wir sammeln wieder alle Ergebnisse für die anonymisierte Zusammenfassung am Freitag.

Und bleibt auch am Ball bzgl. der Interviews… (Aufgabe von Montag)!

 

Unsere Fragen an die Community

  • Selbstanalyse – wie/wo/wann lernst du während der Arbeit?
  • Wann würdest du gern lernen und kann/darfst/willst aber nicht?
  • Was heißt das für die Zukunft von L&D?

Wir freuen uns auf eure Beiträge hier, auf Twitter und auf Facebook – dann mal los!

 

  • Tanja Jeschke

    Das ist echt viel, was du in den letzten 9 Monaten deiner “Lern-“Reise mitgenommen und erfahren hast. Finde ich klasse!

    Bezüglich deiner Aussage “…Warum sie nicht nachfragen und aktiv sind, weiß ich ehrlich gesagt auch nicht. Vielleicht…” hätte ich einen Tipp: Suche eine Weg diese MA zu fragen unter welchen Umständen sie sich vorstellen können, nachzufragen oder aktiv zu werden. So werden aus deinen Vermutungen vielleicht Statements, aus denen du Maßnahmen ableiten kannst.

    • Angela Stotz

      Oja, Du hast absolut recht! Habe auch schon mit meiner Chefin über die Erstellung von Personas gesprochen. Fand großen Anklang! HR hat sich in den letzten Jahren in unserem Haus stark vom eigentlichen Kundenbedarf entfernt durch eine stark globale Aufstellung. Da blieb wenig Raum für Individualität (Stichwort: one size fits all). Seit einigen Wochen sind wir aber wieder klar divisional aufgestellt, um eben die divisionalen Bedürfnisse besser bedienen zu können. Also: Geht doch!

  • Martina Baier

    Ein paar Gedanken zu euren inspirierenden Fragen: Ich habe viele Jahre tatsächlich während der Arbeit – in konkreten Projekten, on-the-Job, gemeinsam mit anderen (externen und internen Spezialisten), ausprobieren/verwerfen/neu und weiterentwickeln, mit internationalen Kollegen und immer neuen Chefs – viel lernen können. Ich kenne aber auch die Phasen, in denen vieles zur Routine geworden war, die so viel Zeit einnahm und Energie frass, das Lernen selbst nach der Arbeit schwierig wurde. Zudem war ich nach langen Konzern-Jahren mit einem bestimmten Fähigkeits-Persönlichkeitsprofil in den Köpfen verankert, dass ich selber gar nicht mehr wusste, welcher Entwicklungsspielraum eigentlich noch da war. Die Freude und Neugier kam erst zurück, als ich den Reset-Knopf drückte und mich selbst zu einem “weißen Blatt ohne Plan und Ziel” machte – außerhalb der festen Strukturen und Rollen. Insofern hat Lernen für mich auch ganz viel damit zu tun, sich (wieder) auf den Weg zu machen, der Neugier, den Zufällen und Leidenschaften zu folgen. Ergebnisoffenheit genießen. Zu lernen, das Unfertige in allem wahrnehmen und schätzen zu lernen, die Phasen des Stillstands aus zu halten, sie manchmal auch bewusst zu suchen, Vertrauen immer wieder zu üben. Klingt vielleicht etwas pathetisch – hat bei mir aber eine unendliche Freude am Lernen zurück gebracht. Auf allen Ebenen – ob im Sport, in der Musik, Malerei oder einfach “neues Futter” für den Kopf. Scheint auf den ersten Blick nicht zusammen zu passen, befruchtet sich aber durchaus gegenseitig und macht selbst im Unternehmenskontext Sinn (hätte ich früher so auch nicht gesehen)! MIt diesem Gefühl von Freiraum, Freiheit und Selbstverantwortung ist für mich ein Weiter-Lernen in Unternehmensstrukturen (wie ich sie kennengelernt habe) gerade schwer denkbar. Ich bin aber guter Hoffnung, dass diese wunderbare #CL2025 einen kleinen “Lern(kultur)-Tsunami” auslösen könnte, der das Drücken der “Reset-Taste” nicht unbedingt nötig macht… PS: Bin übrigens auch ein SCHOLAR – FREE SPIRIT – THRILL Seeker 🙂

  • Martina Pumpat

    Hallo Angela,
    erst einmal vielen vielen Dank für die Blumen, wir freuen uns sehr, dass unsere Begeisterung für das Thema und den MOOCathon so bei euch ankommt 🙂
    Wow – eine spannende persönliche Lernreise beschreibst du da, und fein, dass sich die Erkenntnis bzgl. des Mindsets langsam etabliert….
    Du schreibst, dass du schon ein Barcamp erfolgreich selbst durchgeführt hast – das finde ich sehr sehr spannend… magst du etwas darüber erzählen? Also wie es dazu kam, was du als Thema gewählt hast, wie du es kommuniziert hast und natürlich auch. wie es gelaufen sind und was deine Erkenntnisse daraus sind…. ich denke, dass viele Teilgeber hier an deiner Story sehr interessiert sind, gerne hier auf dem Blog oder vielleicht auch als kurzes Video – so als Learning Nugget aus Harald’s Wochenaufgabe 🙂 Auf jeden Fall schon mal ein dickes DANKE vorab!

    • Tanja Jeschke

      Falls jemand sich für OER (open educational resources) interessiert: Es finden hierzu in Kürze noch zwei Barcamps statt: http://open-educational-resources.de/save-the-date-oercamps-2017-in-nord-sued-west-und-ost/
      Wäre vielleicht etwas für MOOCathon-TN, die noch keine Barcamp-Erfahrung haben. Ich weiß allerdings nicht, ob es noch Plätze gibt…

    • Angela Stotz

      Hallo Martina,
      Das Thema des Barcamps war schlicht “Erfahrungsaustausch”. Wir haben es im Rahmen eines Gesamtteammeetings (das Team besteht aus 25 Trainern und Coaches, die über Deutschland verteilt unterwegs sind) angeboten, da der Wunsch nach einem solchen Austausch immer sehr groß ist, die regelmäßigen Calls sowie Austausch im Plenum dafür aber nie wirklich zufriedenstellend waren. Von daher fehlt an der Stelle der Part der Kommunikation im Sinne von Marketing, da eh alle schon da waren. Von daher kann ich an dieser Stelle leider (noch) nicht mit Erfahrungen dienen. Die Lernerfahrung aus dem Ablauf an sich ist, dass 1. die Leute leichte Schwierigkeiten bei der Interessensbekundung zu den Themen während des Pitches hatten (“Ich weiß doch noch gar nicht, ob nicht ein noch besseres Thema kommt” bzw. “wieviele Stimmen habe ich denn”). => das sollte vor Beginn sauberer anmoderiert werden, weil Barcampneulinge dies nicht gewohnt sind genauso wie
      2. die größte Schwierigkeit für viele darin bestand, das “Gesetz der zwei Füße” auch in die Tat umzusetzen. Aufzustehen während einer Session, weil man für sich entschieden hat, es ist eigentlich alles gesagt und zu einer anderen zu wechseln – das kostete Überwindung.
      Reaktion insgesamt war super positiv! Viele finden das Format absolut perfekt, weil es Bewegung bringt statt stundenlangen Rumsitzens in “langatmigen” Diskussionen. Es gab aber auch diejenigen, die gesagt haben, dass das Springen innerhalb der Sessions überhaupt nichts für sie ist, weil sie in die Diskussion einer laufenden Session nicht mehr reinkommen. Also auch hier sieht man die unterschiedlichen Lerntypen.
      Unisono sehen alle das Barcamp als eine sehr gute Möglichkeit, um in den Austausch zu gehen und selbstverantwortlich damit umzugehen. Hierbei spielt auch der Punkt der kleineren Gruppen und der auf 45 Minuten befristeten Zeit pro Session durchaus eine Rolle.
      Auf unserem nächsten Gesamtteammeeting gibt es auf jeden Fall wieder ein Barcamp. 😉 Und eine Erweiterung auf andere Divisionen ist fest in der Planung. Drückt mir mal die Daumen.

      • Stefan Deibel

        Hallo Angela,
        ich kann deine Erfahrung bei der Übertragung von BarCamp-Ansätzen auf andere Zielgruppen absolut bestätigen. Ich war vor kurzem Teil einer Veranstaltung, in der das Konzept ansatzweise umgesetzt werden sollte. Leider ist es nicht zu vielen “Fußbewegungen” während der Sessions gekommen. Zugegebenermaßen hatte der Veranstalter auch nur bedingte Erfahrung in Organisation von solchen Formaten. Für mich als BarCamp-Fan war es schade, da viele Ergebnisse nicht so zielführend waren, wie sie hätten sein können.

        • Povoden Werner

          Hallo zusammen,
          habt Ihr es schon mal mit dem World Café- Format versucht?

          Im
          ergebnisorientierten World Café im Kaffeehausstil lädt ein Protokollant
          die Teilnehmer zu 4 Gesprächsrunden ein. Das Thema pro Tisch ist
          festgesetzt und stellt ein Schlüsselaspekt des Tagesthemas dar. Während
          die Teilnehmer nach jedem Durchgang den Tisch wechseln, bleibt der
          Gastgeber zurück und diskutiert dasselbe Thema erneut mit der nächsten
          Gruppe. Nach Beendigung der 4 Runden stellt der Protokollant die
          erarbeiteten Handlungsimpulse dem Plenum vor.

          Die anwesenden Teilnehmer werden auf die einzelnen Runden / Themen aufgeteilt und diskutieren den Themenvorschlag. Pro Diskussionsrunde werden ca. 20 – 25 Minuten veranschlagt. Danach findet der Wechsel, wie oben beschrieben statt. Hier findet dan auch das Gesetzt der zwei Füße seine Anwednung und die Teilnehmer können selbst eruieren, welche Themen Sie interessieren. Danach wird ermittelt, welcher Teilnehmer sich für welches thema erwärmen kann. Diese Teilnehmer werden dann – zeitversetzt – in eine größere Diskussionsrunde zusammengeführt die dann 45 – 60 Minuten dauern kann.

    • Angela Stotz

      Hallo Martina und alle anderen,
      hier noch ein großes Learning aus dem 2. Barcamp im Gesamtteammeeting: Wir hatten mit anderen Programmpunkten überzogen und somit standen uns nicht mehr die eingeplanten 3 Stunden zur Verfügung. Da aber alle unbedingt in den Barcampmodus eintauchen wollten, dachten wir, wir wären schlau und haben die Sessionzeit auf 30 Minuten gekürzt und die Pausen auf 10 Minuten. Bitte nie nachmachen! Wir waren alle dergleichen Meinung im Anschluss: das bringt es nicht. 45 Minuten und 15 Minuten Pause müssen sein, um auch die Chance zu haben, die Sessions zu wechseln und auch die Möglichkeit für “Zwischen”-Gespräche zu ermöglichen. Dennoch wurde der Wunsch geäußert ein Barcamp immer im Teammeeting abzuhalten.

      • Martina Pumpat

        Hallo Angela,
        danke für den Hinweis, werde ich so mitnehmen für weitere Planungen/Gedanken rund um das Thema. Lustigerweise hatten wir vor kurzem ein ähnliches Erlebnis: bei einem barcamp-slot in einem 2-tägigen Workshop (um die Teilnehmer erst mal mit dem Format vertraut zu machen) wurde die Parallelität der Sessions als Nachteil empfunden (“aber ich will doch eigentlich alles mitbekommen”). Daher wurde die Planung auf Wunsch der barcamper kurz modifiziert zu 30 min Sessions, was mehrr Slots hintereinander statt parallel erlaubte. Wir sind an dem Tag recht gut damit gefahren, ein “Nein” zum Vorschlag hätte eher Widerstände aufgebaut. Mein persönliches Fazit daraus ist zurzeit “wenn schon, denn schon” – also wenn barcamp, dann ganz und gar statt eine Einbettung in ein “normales” Format. Das schafft unnötige Verwirrung. Und dann bleibt es auch bei den 45 min Slots. Lg von Martina

  • Antje Schubert

    Ich kann mich vielen von euch nur anschliessen und danke für die spannenden Beiträge bisher. Bereits jetzt schon wieder viel Neues mitgenommen oder besser gesagt „gelernt“. Lernen findet für mich regelmässig statt. Wie bei vielen von euch, gehört auch bei mir Neugier oder das Interesse an bestimmten Themen zu einem der Treiber. Vor allem aber auch der innere Antrieb sich immer wieder mit neuem Wissen und Ideen aufzuladen oder neue Ansätze einfach mal auszuprobieren und dadurch zu lernen und zu wachsen. Umso mehr schätze ich auch den glücklichen Umstand, dass mich allein schon mein Aufgabenbereich im positiven Sinne dazu zwingt, mich mit jedem Projekt immer wieder mit neuen Fragestellungen auseinandersetzen zu müssen und somit auf dem Weg zur Lösungsfindung stetig dazu zu lernen. Lernen am Arbeitsplatz bedeutet daher für mich (neben klassischen Formaten wie F2F Trainings, Teilnahme an Weiterbildungen oder Nutzung von Onlinen Kursen) vor allem Lernen durch die Konfrontation in Projekten, dem Ausprobieren neuer Themen, den Austausch mit Kollegen und dem Voneinanderlernen bis hin zum Recherchieren auf Websiten, in Foren, in Videos oder offenen Lernressourcen.

    Zusätzlich plane ich mir ganz bewusst Zeiträume am Wochenende ein. Hier versuche ich mir Zeit zu nehmen durch meine abonnierten (RSS) Newsletter, Blogs und Websiten zu lesen und neue Inputs aufzuschnappen. Feedly ist hier für mich ein hilfreiches Tool um den Überblick über meine abonnierten Seiten zu behalten. Entdecke ich spannende Beiträge nutze ich zusätzlich noch Diigo, um mir die Beiträge zu bookmarken und mit Tags und Notizen zu versehen. Meine eigene Persönlichkeitsstruktur verlangt zugegebenermassen nach Struktur 😉 und da helfen solche Tools mir wertvolle Beiträge zu speichern und wieder auffindbar zu machen. Seit geraumer Zeit nutze ich zusätzlich auch noch Flipboard, nicht nur um auch hier interessanten Magazinen zu folgen. Ich habe mir jetzt auch mein eigenes Magazin angelegt, um Artikel für mich zu speichern. Die Herausforderung für mich ist es immer noch, sich eben nicht in der Informationsflut und letztlich dem grossen Angebot was im Netz zur Verfügung steht zu verlieren und sich am Ende die für einen relevanten Sachen raus zu ziehen. Wissensmanagement ist für mich hier ein essentielles Thema und da probiere ich gern Tools aus, die mich dabei unterstützen. Zu guter Letzt nutze ich für mich offene Lernkurse im Netz, MOOCs, BarCamps oder Learning Summits als wertvolle Plattformen.

    Aber bei all dem Angebot was mir als Lerner zur Verfügung steht, der innere Antrieb, die Neugierde und eben letztlich das Mindset sind aus meiner Sicht auch massgeblich entscheidend.

  • Caro

    Hallo an alle fleißigen Beitraggeber! Das ist wirklich spannend Eure Beiträge zu lesen. Das regt mich zum Reflektieren an und LERNEN an :-)…wenn ich mich selbst mal unter die Lupe nehme, dann lerne ich ständig und überall – aber tatsächlich nicht immer bewusst in der Form “jetzt lerne ich”, sondern:

    – weil mich etwas INTERESSIERT und ich anfange zu recherchieren
    – ich ein PROBLEM LÖSEN oder eine Frage klären will
    – oder wenn ich neuen INPUT brauche, zum Bsp. weil zu viel Routine aufkommt (mir dadurch langweilig wird)

    Was brauche ich zum Lernen? Lernen kann ich am besten, wenn es um etwas für mich RELEVANTES geht und wenn ich nicht warten muss, um zu Lernen. ZEIT zum Lernen zu haben oder mir sie zu nehmen ist für mich die größte Herausforderung. Deswegen verlagere ich vieles auch in die Freizeit. Im Arbeitsalltag bleibt momentan einfach zu wenig Zeit.

    Lernen am Arbeitsplatz / für meinen Job? Das klappt am besten, wenn ich mich mit jemanden austauschen kann, über Websites, Foren, Videos (ich kann gar nicht mehr zählen, was ich nicht schon alles über Youtube und Foren gelernt habe :-), wenn ich ein spannendes Buch lese. Auch Trainings (F2F oder blended) gehören für mich dazu, immer dann wenn ich Neues ausprobieren und üben möchte.

    Für mich ist Lernen schon immer sehr wichtig und vielmehr eine innere Haltung (das sind wir wieder bei mindset): Etwas neues zu lernen, mich auszuprobieren und selbst zu bestimmen, welches Lernformat oder Medium dabei am besten zu mir passt, motiviert mich enorm. Dafür braucht es eben auch einen Rahmen, der Lernen ermöglicht. Deswegen finde ich die Fragen und Antworten rund um die Rolle von L&D so spannend. Welche Rolle wird L&D zukünftig spielen, wann/wie wird L&D als Enabler wahrgenommen und wie können wir uns hierfür besser aufstellen bzw. was müssen wir in unserer eigenen Arbeitsweise / in unserem Denken verändern…

    • Stefan Deibel

      Hallo Caro,

      deine Aussage “aber tatsächlich nicht immer bewusst in der Form “jetzt lerne ich”,” kann ich nur bestätigen.
      Spannend bei mir finde ich, dass ich zum aktuellen Zeitpunkt, wahrscheinlich geprägt durch den MOOC, aufmerksam bin, was, wer, wie lernt. Die Synapsen verknüpfen verschiedene Themenstränge miteinander und man hat das Gefühl, als sei es von Anfang an klar gewesen, dass es so kommt.
      Spannend finde ich die Frage, die wir auch beim realen CLC-Treffen vor zwei Wochen diskutiert haben: Macht es Sinn, anderen darzulegen, dass sie in bestimmten Non-Classroom-Settings täglich lernen? Fördert diese Erkenntnis bei anderen Lerntypen ggf. die eigene Motivation weiterzulernen und ihr Lernverhalten zu reflektieren?
      Euer Selbsttest zielt ja letztendlich genau in diese Richtung ab, wenn ich die Anwendung und Zielsetzung richtig verstanden habe? Dazu noch eine Frage: Habt ihr diese Fragen auch an Mitarbeiter und Führungskräfte gegeben und intern ausgewertet?
      LG
      Stefan

  • Wir haben bei uns die Freitage als Lerntage definiert, d.h. die Mitarbeiter sind dann i.d.R. in der Akademie und nicht auf Kundenterminen (s.a. http://www.wissensexzellenz.de/index.php?id=98). Diese Tage nutzen wir, um gemeinsam zu lernen, Themen neben dem Projektgeschäft voranzutreiben (wie z.B. diesen MOOCathon 🙂 und uns mit Experten und in Communities auszutauschen. Diesen Freitag ist beispielsweise von 14-16 Uhr das Meetup der Franken Podcast Community in der Akademie, falls jemand aus dem MOOCathon Lust hat zu kommen, Ihr seid herzlich eingeladen. Anmeldung über https://www.meetup.com/de-DE/Podcasting-Meetup-Franken/events/240242538

    Ich glaube, das Mindset “Wissen und Lernen ist (überlebens-)wichtig” ist extrem wichtig, aber auch das Stecken von Rahmenbedingungen wie beispielsweise Lernzeiten (z.B. Google 20%-Zeit, 3M 15%-Zeit) und Lernorte (z.B. adidas Coworking Space, Audi OTTO, DB Skydeck Design Thinking Space, Bosch P12).

    • Stefanie Döring

      Hallo Simon, ich finde das stecken von Rahmenbedingungen auch total wichtig. Natürlich muss dafür erstmal eine “Kultur” etabliert werden oder sein. Denn wenn man sich schon komisch fühlt ein Youtube-Video anzuschauen, gibt es ja keinen Raum fürs Lernen(Denken). Ich bin zum Beispiel gerade dabei Online Sprachtraining im Unternehmen zu etablieren, die Mitarbeiter möchten aber häufig doch ein Präsenztraining, da es fixe Termine pro Woche gibt. Das Argument dahinter ist meist, dass die Zeit während der Arbeit zum selbstbestimmten Lernen fehlt. Ich gebe dann immer den Hinweis, dass man sich feste Zeiten blocken sollte. Was aber, wenn die Führungskraft die geblockte Zeit immer wieder in Anspruch nimmt, da “wichtige” Themen zu bearbeiten sind. Wie kann man das aufbrechen?

      • Stefan Deibel

        Hallo Stefanie,
        das Aufbrechen funktioniert wahrscheinlich nur über verstärkten Leidensdruck oder – und das ist mein mittlerweile bevorzugter Weg – über Futterneid.
        Wichtige Themen hat man/die FK immer! Das sind und werden wahrscheinlich auch noch ein paar Jahre unsere Rahmenbedingungen sein.
        Die Erfahrung mit willigen Pilotbereichen bei bestimmten Projekten zu starten, und diese dann für das (Lern-)Projekt sprechen zu lassen, erzeugt häufig einen Sogeffekt in anderen Bereichen. Als L&D-Bereiche sind wir häufig immer noch in einer nicht-operativen Position und werden auch so betrachtet.
        Mein Credo ist dementsprechend: Wir erarbeiten unsere Konzepte nicht für die Tonne, sondern für die Schublade. Wenn ein Konzept gut ist, muss nur die richtige Zeit kommen und der richtige Bereich den Bedarf haben. In diesem Moment müssen wir als Ansprechpartner und Dienstleister da sein.

  • martinlindner

    Ich habe das mal ausgefüllt, als (gerade noch) Selbständiger:

    Was bedeutet Lernen eigentlich für mich?
    Alles, was sich aus dem Tagesablauf ergibt, ist von außen betrachtet ganz sicher oft Lernen, aber ich nenne es für mich nur sehr selten so. Man will etwas wissen und findet es dann heraus, auf die eine oder andere Art. Und dabei bildet sich mit der Zeit ein mehr oder weniger leistungsfähiges Raster im Kopf, dass es mir erlaubt, auch neue und überraschende Informationen einzuordnen. Je sicherer ich mich dabei fühle, desto eher habe ich das Gefühl, etwas gelernt zu haben.
    Das Wort “Lernen” benutze ich vorwiegend, wenn ich ein Problem hätte: Etwas, das ich gerne wissen/können würde, aber mit den Mitteln, die ich selbstverständlich jeden Tag benutze, nicht erreiche. Jetzt wird das zu einem (möglichen) Projekt, mit knappen Ressourcen: Zeit, Energie, manchmal (eher selten) auch Geld.

    Wer ist verantwortlich für mein Lernen?
    Zuerst einmal immer ich. Wenn ich für andere arbeite: Diejenigen, die mir (vor allem) den nötigen Spielraum dazu geben oder nicht geben.

    Was brauche ich zum Lernen?
    Das Netz (mit einfachen Tools zum Recherchieren, Schreiben, Notieren, Speichern). Etwas zum Schreiben, online und offline. Eine gedankliche Klarheit über das jeweilige “Lernprojekt”. (Vordergründig: ein Hashtag.) Einen Resonanzraum (online und/oder offline) von Leuten, die sich mit ähnlichen Dingen beschäftigen. Idealerweise Leute, denen man irgendwie “über die Schulter” schauen kann.

    Wie/wann lerne ich am Arbeitsplatz?
    Wenn ich ein Projekt verfolge, für das ich glaube, bestimmte Informationen in einigermaßen geordneter Form besitzen und zu ordnen zu müssen, schalte ich jederzeit in den Lernmodus. Es ist in der Regel Teil eines Flow. Dann ist es auch am effektivsten. Überall da, wo das nicht geht, wird es unverhältnismäßig schwieriger und ineffektiver.

    Wie halte ich mich für meinen Job wissenstechnisch auf dem Laufenden?
    Durch ständige Reflexion dessen, was ich tue. Getrieben durch das unablässige Gefühl, dass das auch besser oder klarer oder einfacher geht. Dazu suche ich mir mediale Ressourcen und/oder Menschen, die sich auskennen oder auch die selbst lernen.

    Wann/wo würde ich eigentlich gerne lernen, kann/will/darf aber nicht?
    Zuhause, wenn der lebendige Kontakt zum jeweiligen Feld abgerissen ist: Dann darf ich zwar (insofern ich Zeit habe), aber oft kann ich es nicht oder nicht gut. Es ist nicht nur Müdigkeit, es ist auch das Fehlen eines Projekts, das größer ist als ich selbst.

    Was würde ich mir anders wünschen?
    Eine einfache und schnelle Möglichkeit, “Lernprojekte” aller Art, einfache und komplizierte, für mich zu formulieren und in intensiven “Sprints” mit Gleichgesinnten zu verfolgen. De facto würde das meistens Online der Fall sein müssen.

  • Uwe Spangler

    Ein Auswahlkriterium bei Google ist ein “learning animal” zu sein. Growth mindset und learnability sind zwei andere Konzepte hier. Hierzu gibt es auch einen Test von Manpower https://www.learnabilityquotient.com/ Persönlichkeitstest hat für mich immer so einen faden Beigeschmack- aber das Konzept finde ich gut. Auch im Bereich der Innovation ist meiner Meinung die Lernfähigkeit der Organisation eines der wenigen Alleinstellungsmerkmale. Hat jemand Erfahrung mit learnability etc?

    • Stefanie Döring

      Hallo Uwe, ich habe noch keine Erfahrungen damit gemacht, du hast aber meine Neugierde geweckt und ich musste es doch gleich mal ausprobieren. Mein erster Eindruck ist, dass es spannend scheint und ich auf alle Fälle noch einmal tiefer einsteigen werde. Was sind deine Erfahrungen mit learnability?

      • Uwe Spangler

        Meine Erfahrung ist das es einen Unterschied gibt mit einem “Learning Animal” zusammenzuarbeiten, oder mit jemanden mit “been there- done that- Attitude”. Das sieht man täglich, die Erfolgreichen sind sich nie zu Schade um die Ärmel hochzukrempeln und was neues zu lernen…

    • Eléonore Diarra

      Auch ich habe es gerade ausprobieren müssen (Stefanie, bist du auch als “Thrill seeker” rausgekommen? :))… ist schon nett, dem “LQ”-passenden Artikelvorschläge zu erhalten – und macht auf jeden Fall neugierig.
      Da kommt wieder die umstrittene Frage der Lerntypen auf (Persönlichkeitsstrukturen als Merkmale für Lernfähigkeit…?!).
      Anyway… Mit gut durchdachten Angeboten – bunt und qulitativ hochwertig gefülltes Büffet mit reizvollen (Lern-)Häppchen 🙂 – kann auch eine Organisation als Sammlung vieler Individuen sicherlich lebenslanges Lernen motivieren und praktizieren.

    • martinlindner

      “You enjoy tackling clearly defined problems.
      You actively forge your own path,
      and work best in a mix of chaos and routine.” (Der Fragebogen kam mir, wie alle Fragebögen, unterkomplex vor, aber da ist schon was dran.)

    • Steffen Hebestreit

      Hallo Uwe, ich habe es auch gleich mal ausprobiert…Fühlt sich ein bisschen an, wie ein “Brigitte-Test”. Ich finde den Ansatz aber auch sehr spannend. Vorallem die Empfehlung von weiterführenden Infos ist super. Ich kann mir vorstellen, dass über ausgeklügelte Testverfahren (damit meine ich nicht komplex) Lerner wie auch Provider bei der individuellen Weiterentwicklung unterstützt werden können https://uploads.disquscdn.com/images/81c9c90bfe1a9bb59f48b08dbae32ac6435f40c7e43320e3849674f6a3e19aab.jpg .

      • Uwe Spangler

        Ja interessant wird das wenn man die andere Firma die daran beteiligt ist betrachtet: http://hoganx.io/ Da wird digitales Tun (also deinen Facbook/ Twitter stream scannen) in ein Persönichkeitsprofil umgewandelt, das dann für Baselines in HR benutzt werden könnte. Scary und appealing zugleich, werde gleich mal ein paar Farmville- und Candycrushanfragen losschicken ;-))

      • Eléonore Diarra

        😉 – genau die Traits, die auch ich bekommen habe… Könnte es sein, dass hier nur solche verkehren…? Das würde zumindest die These bestätigen, dass WOL, social learning etc definitiv eine Frage des Lerntyps ist :)!

    • Super finde ich bei Google auch “Learning on the LOO” – kleine Learning Nuggets werden auf den Toiletten aufgehängt, einfach weil dort jeder täglich mehrfach vorbei kommt (s.a. https://sallythorne.com/2012/05/02/learning-on-the-loo-3/). Das funktioninert dann ähnlich, wie die Werbung auf der Autobahnraststätten 🙂

      • Steffen Hebestreit

        Die Idee funktioniert! Die Werbung für unser neues LMS haben wir fast auschließlich auf Tolietten platziert. Die Resonanz war richtig gut. Die Mehrheit fand es richtig cool und die anderen haben kontrovers darüber diskutiert und somit auch die Werbetrommel gerührt. Learning Nuggets auf dem “stillen Örtchen” #ilike
        https://uploads.disquscdn.com/images/bacd78e8511a725a616abb85e3fedde64d7deae56ebdbf9fe86502fe1f8aca92.png

        • Stefan Deibel

          Auch im Privaten wird sich häufig die Zeit zum Lesen und dadurch Lernen an diesen Orten genommen 🙂
          Super Idee!
          >>>> NOTIZ FÜR MICH: Adaptieren.

  • Jens

    Ich sehe die Sache ähnlich wie meine Vorredner: ich lerne am Besten, wenn mich eine Sache interessiert, wenn ich Neugierig bin. Dann besorge ich mir die Inhalte zum Thema, das ich lernen möchte über die unterschiedlichsten Quellen: Bücher, Zeitschriften, Kurse, Videos…
    Aber auch bei Themen, die ich lernen “muss” finde ich es wichtig den Zeitraum (“Right state of mind”) und die Art des Lernens selbst zu wählen. Manchmal ist es besser einen Kollegen zu fragen, ein Video auf “You tube” zu schauen, oder doch ein Basis-Training zu besuchen.
    Wichtig ist für mich das gelernte zeitnah umzusetzen, so dass sich das erlernte auch verinnerlicht. Das darf dann auch mal “weh tun”, sprich die Aufgabe anspruchsvoll sein.

    Ich halte es für wichtig auch flexibel während der Arbeitszeit zu lernen, da mir auch meine Zeit mit der Familie wichtig ist und ich diese schätze. Wenn ich dann jedoch auch im privaten ein paar Minuten Zeit habe und ich dann auch einfach lernen kann (Podcast, Artikel lesen,..), dann ist das für mich optimal.
    Für L&D bedeutet dies meiner Meinung nach flexible Lösungen anzubieten und die Möglichkeit bzw. Rahmenbedingungen für ein “freies Lernen” zu schaffen.

    • Steffen Hebestreit

      Hallo Jens, du hast mit der Balance zwischen Freizeit und Arbeitszeit einen wichtigen Punkt angesprochen. Ich sehe es auch bei mir persönlich, dass beide Bereiche immer mehr miteinander verschmelzen. Unsere derzeitigen Arbeitszeitregelungen/ Gesetze stoßen hier oft an ihre Grenzen, um “freies Lernen” zu ermöglichen. Was sind denn deine Erfahrungen damit? Wie groß ist für dich die Herausforderung Arbeit/ Lernen und Freizeit zu vereinen?

      • Jens

        Hallo Steffen, aktuell ist das noch gut möglich. Die meisten Themen / Fortbildungen kann und darf ich in meiner Arbeitszeit durchführen, wofür ich sehr dankbar bin. Andere Themen, z.B. auch die, die mich besonders persönlich interessieren, nehme ich mit in meine Freizeit. Das finde ich aber auch so in Ordnung. Schließlich mache ich den Job ja auch, weil er mir Spaß macht.

      • Jens

        Hallo Steffen, ich glaube ich hab noch gar nicht geantwortet. Aktuell kann ich das ganz gut handhaben. Ich lerne während der Arbeit (unterschiedliche Methoden) und in der Freizeit lese ich vor allem Artikel, nutzer Twitter, Linkedin usw. um mich über neues zu informieren. Das macht auf jedenfall auch Spass. Allerdings kommt die Familie zuerst. D.h. ich nehme mir die Zeit für meine Familie. Es ist aber auch Verständnis seitens der Familie da, wenn ich mir Zeit für mich bzw. für mich wichtige Themen nehmen will.

  • Eléonore Diarra

    Auch ich kann mich nur anschließen: Lernen ist für mich am effektivsten, wenn

    – ich den Sinn darin erkennen (für das Bewältigen einer speziellen Aufgabe, für meine persönliche / beruflich Entwicklung, für einen besseren Umgang mit meinen Mitmenschen…) und den Impuls habe, intrinsisch motiviert nach Neuem zu suchen. Fremdgesteuert wirkt es für mich eher abschreckend…

    – Wenn ich das erkannt habe, brauche ich dann (zeitnah :)) die Zeit, mich darüber zu informieren und die Infos zu suchen, die ich in dieser speziellen Situation brauche. Bei bestimmten Themen, die beruflicher Natur sind, kann das sicherlich mithilfe einer betrieblichen Knowledge- / Support-Plattform – aber wahrscheinlich nicht immer. Vom Format her liebe ich kleine Häppchen (5-10 Min), die gut aufeinander abgestimmt sind und mobil abgerufen werden können. Lernen überall und wann ich es auch immer möchte…

    – Das, was ich rein theoretisch aufgenommen habe, möchte ich in einem nächsten Schritt umsetzen und prüfen, bis ich zufrieden sagen kann, dass ich etwas gelernt habe (oder eben feststelle, dass ich darin nicht so gut bin, und es nicht mehr weiter verfolge…)

    – die soziale Komponente ist auch für mich eine von zentraler Bedeutung: Perspektiveröffnung, inspirierender Austausch, emotionaler Bezug zum Inhalt etc…

    Ich teile die Meinung von Harald Schirmer voll und ganz: Das Berufsbild des “Lehrpersonals” wird sich in den nächsten Jahren sicherlich sehr verändern in Richtung Lernbegleitung /-Coaching…. Vom “ich habe das Wissen, was Du lernen solltest…” hin zum “sag mir was Du lernen willst, und ich zeige Dir Wege dahin…”

  • jrobes

    Ich nehme mal das Stichwort von Harald auf: Neugier. Ich bin ein News-Junkie. Newsletter, RSS-Feeds, Alerts, vieles wird ausprobiert, abonniert, gekündigt. Dadurch bleibe ich ganz gut auf dem Laufenden (glaube ich …), öffne aber auch dem Zufall viele Türen, denn über den wenigsten Infos oder Artikeln steht dick “Weiterbildung” (mein Thema).

    Dazu gehört fast zwangsläufig auch der nächste Schritt: Routinen entwickeln. Wann und wie liest man effizient und effektiv? Wie sortiert man, wo liest man weiter? Und vor allem: Welche Informationen gibt man wem und wie weiter? Auch dafür entwickelt man natürlich mit der Zeit Routinen.

    Irgendwann merkt man dann, dass das, was man da täglich tut, andere beschrieben haben: persönliches Wissensmanagement ist so ein Stichwort. Seek – Sense – Share, heißt es zum Beispiel bei Harold Jarche. Also: Informationen suchen (seek), sie in den eigenen Kontext einbetten (sense) und das neue Ergebnis weitergeben (share). Wobei das “neue Ergebnis” natürlich auch eine kurze Leseempfehlung sein kann.

    Das ist meine Vorstellung von Lernen. Von Learning & Development brauche ich da nicht mehr viel. Auf einer Metaebene sind es neue Modelle und Prozesse, um Informationen zu sortieren, um sich effektiv zu vernetzen; neue Anknüpfungspunkte zum Weiterdenken wie z.B. Treffpunkte, BarCamps, Communities, Literaturhinweise (Content Curation, wie es heute gerne und richtig heißt!); vielleicht sind L&D dann mehr Sparringspartner für übergreifende Projekte und Ideen. Auf jeden Fall sollte L&D alle Mitarbeiter auf ihrem Weg zum persönlichen Wissensmanagement unterstützen.

    Ich will aber auch gleich noch eine Kehrseite meines Lernmodells loswerden: Es fällt mir oft schwer, Zeit zu reservieren, um etwas Neues, neue Kompetenzen systematisch zu entwickeln. Manchmal ist das mit neuen Projekten verbunden. Das “passt” dann. Manchmal wünsche ich mir, ich könnte für eine Zeit den Modus wechseln und einige Routinen ausschalten, um länger an einer Sache dran zu bleiben (Tipps?).

    Ich hoffe, ich bin jetzt nicht zu weit von Euren Fragen abgekommen …

    • Monika Schlatter

      Die Entdeckung von PKM war für mich einer der grössten Lernsprünge in meinem Leben, und ich bin sehr dankbar dafür. Doch bin ich immer noch der Meinung, dass es dafür bestimmte Persönlichkeitsmerkmale braucht- wie Neugier oder nicht nur die Bereitschaft, sondern das eigene Wollen, sich weiterzuentwickeln. Und hier braucht man dann vielleicht doch L&D (oder sonst was), welches einem die Möglichkeiten zeigt und die Neugier weckt, jedenfalls bei einem Teil der potentiellen Lernenden. Lerncommunityleader von Harald Schirmer gefällt mir: vorzeigen, Gleichgesinnte suchen und einladen, Netzwerk erweitern, weitere einladen, etc- Buddy Concept! Gamification braucht es dann u.U. gar nicht mehr, da das social network die “Belohnungen” und das “achieve mastery” übernimmt und das Lernen sowieso auf “meaningful choices” basiert.
      Routinen ausschalten: Was passiert denn, wenn man mal eine Weile “weg vom Fenster” ist? Hat man wirklich Essentielles verpasst, oder hat man auch mit der Lücke nicht immer noch mehr gelernt, als man ohne PKM tun würde?

      • Tanja Jeschke

        Zum Thema “wollen” passt vielleicht ein Zitat von Kant: “Ich kann, weil ich will, was ich muss.”
        Und dann habe ich noch ein Frage:
        Wofür steht PKM? Persönliches Kompetenzmanagement? Ist das eine bestimmt Methode?

        • Uwe Spangler
          • Monika Schlatter

            Genau, PKM ist persönliches Wissensmanagement. Gehört zum Social Learning Contract- ich nehme von und ich gebe Wissen an die Community. H. Jarche ist ein guter Einstieg dazu.

          • Tanja Jeschke

            Danke für den Link 🙂

      • Liebe Monika, das spricht mich sehr an was Du schreibst. Wie bist Du auf PKM gekommen? Danke!

      • Marian Moehren

        Interessant in diesem Zusammenhang finde ich auch die Frage, wie PKM sich mit WOL überschneidet bzw. wie beides vielleicht zusammenhängt.
        Ich unterstütze die Ansicht, das PKM WOL verbessern kann, indem es einen Rahmen bietet, der hilft, Infos zu verarbeiten (“sense”), um anschließend zu entscheiden, was davon man als WOL-Beitrag teilen möchte. D.h. wenn jemand wertvolle Beiträge bietet (also “gutes” WOL betreibt), hat er vermutlich vorher bereits PKM betrieben (ggf. unbewusst oder ohne es so zu nennen).

        Hier gibt es interessante Gedanken dazu: https://rusticlearning.wordpress.com/2016/09/06/packing-pkm-with-wol/

    • Steffen Hebestreit

      Hallo Jochen, das Thema Routinen klingt sehr spannend und interessiert mich sehr. Mein Gefühl ist, dass wir erst am Anfang der Informationsflut stehen und in vielen Fällen nicht gut vorbereitet sind. Ich glaube auch darin liegt in Zukunft ein Auftrag von LnD, Mitarbeiter zu unterstützen Ihre eigenen Wege und Kanäle zu finden bzw. als LnD diese auch anzubieten. LnD wird nicht mehr als Contentprovider aktiv sein, sondern Gestalter auf der Metaebene sein (ähnlich wie du es schon beschrieben hast). Mich würde interessieren, wie du dich organisierst bzw. welche Routinen du nutzt, um die Informationen zu managen?

      • jrobes

        Hallo Steffen, Deine Anmerkungen zu L&D sehe ich genauso. Die Informationsflut macht mir eigentlich keine Sorgen. Die Arbeitsroutinen von Wissensarbeitern sind sicher ein spannendes Thema, weil man hier beim gegenseitigen Zuhören viel lernen kann. Aber das wäre vielleicht mal Stoff für einen eigenen MOOC 😉

    • martinlindner

      Stimmt, das Weitergeben im Netz spielt inzwischen eine sehr wichtige Rolle. Jede Info, jede Quelle oder jeder für sich selbst gedachte Satz, den ich online stelle, wird für mich sofort viel konkreter. Eigentlich wird es meistens erst dadurch zu einem “Lernbaustein”, auf den ich mich selbst dann wieder beziehen kann. Sonst ist es halt einfach nur so eine Idee, oder eine irgendwohin gekritzelte Notiz.

  • Harald Schirmer

    Lernen beginnen für mich damit neugierig auf etwas Neues zu sein oder durch jemanden (positiv) in meinem Denken gestört zu werden. Damit diese Neugier in der Arbeit entstehen kann, muss es Freiräume geben – je mehr festgelegt ist, umso detaillierter Prozesse beschrieben sind und je genauer ich Vorgaben folgen soll, umso schwerer entsteht Neugier.

    besonders gerne löse ich offene! Aufgaben die “von Oben”, mit einer echten fragen den Haltung, gestellt werden.

    Für mich ist lernen immer eine Kombination aus Denken, experimentieren und Effekte oder die Wirkung zu reflektieren (am liebsten gemeinsam).

    einen speziellen lernen Ort brauche ich nicht – die Inspirationen zur Recherche oder zum Lernen entstehen in der Regel aber nicht an festen Orten.
    Die Zukunft von L&D sind persönliche Lernbegleiter, Entwicklungscoaches und LernCommunityLeader. Gamification wäre eine tolle Sache und könnte LMS ablösen. Hierarchieloses Lernen hielte ich für besonders sinnvoll.

    • Thomas Bürger

      Ich habe dieser Tage (ich weiß nicht mehr wo) in einer Präsentation folgendes Zitat von William Arthur Ward gesehen:
      Curiosity is the wick in the candle of Learning.
      Das bringt es für mich auf den Punkt. ….doch was tun wir, die Schule, die Firmen, nicht alles den Schülern/innen und Mitarbeitern/innen diese zeitverschwenderische, ungesteuerte und doch höchst wahrscheinlich nutzlose Neugier aus zu treiben.

      • Monika Schlatter

        So schlimm ist es zum Glück nicht (mehr)- jedenfalls meine Erfahrung mit der Schule. Nebst dem Basiswissen, das halt angeeignet werden muss, bleibt bewusst Zeit und Raum für das selbst-gesteuerte, experimentelle Lernen. Bei uns gibt es sogar ein Spezialprogramm für die Schüler, die das ganz besonders mögen :-)!

        • Harald Schirmer

          nicht in Bayern … leider

          • Monika Schlatter

            Habe hier vielleicht auch nur besonders Glück…..

      • Harald Schirmer
        • Thomas Bürger

          Yes!….also schon was vom CL2025 mitgenommen. Es lohnt sich immer, egal wie “klein, fein”
          der Impuls ist. Danke.

      • Einen Hinweis auf die Bedeutung von Neugierde findet man auch bei Merck. Dazu gibt es sogar eine Studie: https://curiosity.merck.de/curiosity-report

    • martinlindner

      Wie würde Gamification ein LMS ablösen? Meinst du: die erworbenen Punkte oder Badges, statt einem Zertifikat, oder wie sonst noch?