Bosch am Freitag

Zusammenfassung: Transformation der Weiterbildung – sind wir auf der richtigen Spur?

Das ist der Letzte Blog zur Woche mit Bosch im Corporate Learning 2025 MOOCathon. Leider hat die Aufzeichnung der Livesession heute nicht geklappt, so dass wir Euch an dieser Stelle nur den Foliensatz mit der Auswertung und nicht das Video zur Verfügung stellen können. Alle Antworten auf die Leitfragen der Woche findet Ihr in einem seperaten Dokument (PDF, DOCX). Dieses Dokument steht auch unter der Lizenz CC BY, Ihr könnte es also gerne für eigene Auswertungen verwenden.

Hinweis: die Folien können auf Slideshare angesehen und in einer PDF-Version heruntergeladen werden.

Offene Fragen aus der Livesession am Mittwoch

Katharina Krentz hatte sich ja bereit erklärt, die noch offenen Fragen aus dem Chat der Livesession vom Mittwoch im Nachgang zu beantworten. Hier die Antworten zu den Fragen (vielen Dank für diese Service Katha!):

Frage 1: Wird das Enterprise Social Network (ESN) künftig euer Intranet ablösen?

Ich persönlich würde mir das wünschen. Allerdings kann ich dazu aktuell nichts sagen, ich habe nichts dergleichen gehört. Das Intranet wird von Corporate Communications betrieben, die Verantwortung für Bosch Connect liegt bei uns bzw. bei Corporate IT. Ich hoffe aber sehr, dass im Rahmen der Digital Workplace Diskussionen dies ein Thema ist, welches verfolgt wird.

Frage 2: Wie lange wird Bosch Connect noch den Projektstatus haben?

Zum 01.10.2017 geht die Rolle des Business Owners, die bislang im Projekt lag, in die Linienorganisation und damit in die Corporate IT über. Betreut wird das Tool selbst seit Beginn durch die Corporate IT.

Frage 3: welche Hürden gab es bei Bosch, Mitarbeiter ins Connect zu bekommen, und wie konntet ihr die Hürden überwinden

Es gibt immer noch diverse Hürden zu überwinden und wir haben noch nicht alle Mitarbeiter erreicht. Wir bieten eine breite Palette an Training und Enabling-Maßnahmen an, organisieren immer wieder Events und Aktivitäten, um auch bisher inaktive User zu erreichen. Aktuell ist Working Out Loud unser effektivster Enabler. Mangelndem Verständnis und Zeitmangel begegnen wir mit User Success Stories, zudem laufen viele Themen mittlerweile exklusiv auf Bosch Connect.

Frage 4: Welche Schulungen bietet das Bosch Training Center zu Working Out Loud an?

Bislang leider keine.

Frage 5: Wie ist WOL bei Bosch in der digitalen Learning Strategie bei Bosch enthalten? Teil der Strategie, oder ein unterstützendes Element?

Bislang gar nicht.

Frage 6: Gibt es eine Evaluation zu Working Out Loud?

Wir erheben bei jedem abgeschlossenen Circle Feedback und werten dieses halbjährlich aus. Details sind im LinkedIn-Beitrag zu Working Out Loud @ Bosch zu finden.

Frage 7: Wie ist die Quote bei euch – wieviele Leute bleiben in den WOL-Circles von Woche 1 bis Woche 12 dabei? 

Ich würde schätzen ca. 90 %, wir verlieren lediglich Einzelpersonen. dies wird von uns allerdings nicht explizit erhoben, da bei uns Circles nach dem Start selbstorganisiert sind und nicht alle WOL Circle Community Manager / Facilitators uns Bescheid geben und die Circle Übersichtsliste aktualisieren.

Frage 8: Wie lange hat es bei Bosch gedauert, bis ihr aus der “privaten” Initiative von Dir Katha an das Management herangetreten seid? Oder das Management euch angesprochen hat?

Kann ich nicht sagen. Letztes Jahr wurde das Thema der Geschäftsführung vorgestellt, bei diversen Events sind immer wieder Geschäftsführer und Top Management anwesend und die ein oder andere Führungskraft (auch 2 Top Führungskräfte) hat erfolgreich an Circles teilgenommen.

Frage 9: Welche Kompetenzen kann man wie aufbauen um als Community Manager tätig zu werden?

Ich persönlich glaube, das wichtigste ist das richtige Mindset (anderen helfen, Interesse und Know How für digitale Tools und Arbeitsmethoden, gerne teilen, virtuell kommunizieren und arbeiten, Netzwerker). Vieles kann gelernt werden, basiert dann aber auf Erfahrung und der Kenntnis des eigenen Unternehmens und der Prozesse. Im Whitepaper “Corporate Community Manager” des BVCM e.V. habe ich hier viel beschrieben.

Frage 10: Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Teilnahme an einem Working Out Loud-Circle für die Erfüllung rechtlicher und anderer Verpflichtungen?

Keine, warum? Jeder ist für das, was er teilt und postet, selbst verantwortlich – nur daraus können evtl. rechtliche Verpflichtungen entstehen. Dies ist bei uns in den Arbeitsverträgen geregelt und hat mit der Methode WOL nichts zu tun.

Frage 11: Gibt es Vorgesetzte die die Teilnahme von Mitarbeitern an WOL Circle kritisch sehen? z.B. hinsichtlich Arbeitszeit?

Natürlich. Hier halten wir dagegen, dass Weiterbildung und das erlernen von digitalen Kompetenzen unerlässlich ist in der heutigen Zeit und uns die Geschäftsführung aktiv aufgefordert hat, uns zu vernetzen und über Silogrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Dies muss gelernt werden! Zudem ist ein intrinsisch motivierter, strukturierter und vernetzter Mitarbeiter, der in der Lage ist, netzwerkbasiert zu arbeiten, Gold wert in der heutigen Zeit und der minimale Aufwand von ca. 24h in 3 Monaten (12×1 Stunde Meeting, 12×1 Stunde evtl. Hausaufgaben / Übungen) ist es mehr als wert, an einem Circle teilzunehmen.

Frage 12: Wie erfährt denn der Rest von Bosch was aus den Circles rauskommt? Oder bleibt die Information in den geschlossenen Sub-Communities?

Am Ende der Circles werden die Teilnehmenden gebeten, Feedback zu geben. Einmal online für uns, damit wir KPIs messen können (mehr Infos sind im LinkedIn-Beitrag zu finden). Dazu bitten wir die TN, ihren persönlichen WOL Moment aufzuschreiben und zu teilen “My WOL Moment” (gibt einiges auf Twitter dazu aus der #wolweek). für jeden WOL Moment verschenken wir ein Buch. die meisten teilen ihre Erfolge sehr gerne, da WOL dazu verleitet, etwas zurückzugeben und andere teilhaben zu lassen.

Frage 13: Gibt es Erfahrungen von kleineren mittelständischen Unternehmen? So 100 – 500 Mitarbeiter?

Das weiß ich leider nicht. Aber warum nicht? Hier geht es um die Weiterentwicklung von Individuen, das hat nichts mit Unternehmensgröße zu tun. Zumal die WOL Unterlagen kostenlos zum Download bereitstehen und es keine große Struktur braucht, um teilzunehmen. Noch nicht einmal ein ESN ist notwendig, da die Übungen auch über Social Media Kanäle erfolgen können.

Frage 14: Wie kann man die erforderliche Zeit für die Circles als Arbeitszeit klären?

Vernetzung und digitales Arbeiten lernen ist Grundvoraussetzung für das heutige Arbeiten => daher unbedingt Arbeitszeit. Selbst bei der Verfolgung eines persönlichen Ziels werden diese Mechanismen gelernt, daher auch hier Arbeitszeit!

Frage 15: Welche Schulungen bietet das Bosch Training Center zu Working Out Loud an? Das ist doch ein echt globales standardisiertes Weiterbildungsangebot!

Leider bislang keine.

 

Frage 16: Welche Themen sind bei WOL bei Bosch erlaubt? Laut John Stepper können auch sehr private Themen gewählt werden. Ist das während er Arbeitszeit ok?

Alle, die nicht gegen die Bosch-Werte und die Spielregeln auf Bosch Connect verstoßen (politisches Engagement z.B., religiöse Themen etc.).