4. Meetup der #clc30 bei Sartorius in Göttingen – „Wissende werden zu Teilgebern – wie gestalten wir selbstgesteuertes Lernen?“

Das 4. Meetup der regionalen #clc30 Südniedersachsen am 22.11.2018 stand unter dem Motto „Wissende werden zu Teilgebern – wie gestalten wir selbstgesteuertes Lernen?“. Gastgeber war dieses Mal das Team von Sartorius in Göttingen.

Insgesamt 24 Teilgeber/Innen waren gekommen und haben an vier Themen gearbeitet:

„Agiles Lernen – spielerisch mit dem Ballpoint Game“;

„CLC Upskilling – Roadmap 2019“;

„Communities versus Netzwerk“;

und ein Gemeinschaftswerk zu

„Wer sind unsere Teilgeber/Innen? Wie motivieren, qualifizieren … wie arbeiten wir mit ihnen zusammen?“.

Ballpoint Gamer in Aktion

Volkmar Langer (@VolkmarLa): Das Ballpoint Game war noch ein Wunsch einiger Teilnehmer/Innen, die bei CLC-BarCamp in Kassel nicht zum Zuge gekommen waren. Zwei Teams haben in drei Sprints gezeigt, wie steil die Lernkurve durch gemeinsame Retrospektiven in kürzester Zeit verlaufen kann. Ein Team durfte sich mit überraschenden Kundenanforderungen (…so ein böser Kunde :-)) auseinander setzen und das hat die Team-Energie noch mehr gefördert als erwartet. Beide Teams hatte jede Menge Lernerfolge und ganz viel Spaß! Eine abschließende Meta-Retrospektive hat noch mal deutlich gemacht, welche Rahmenbedingungen zu den schnellen Lernerfolgen geführt haben.

CLC Upskilling 2019

In Fortsetzung zum letzten CLSprint ging es in der Session “CLC Upskilling – Roadmap 2019” um die konkreten nächsten Schritte. Stefanie Döring (@StefanieDoering): Hintergrund dieser Session war folgender: Nach dem CLSprint zum Thema Upskilling Roadmap 2019 haben wir sehr viel positives Feedback und Commitment bekommen, gemeinsam an den Themen weiter zu arbeiten. Tatsächlich zeigte sich aber nach einigen Tagen, dass die selbstorganisierten Teams nicht so richtig ins Arbeiten kamen. In der Session wollten wir dann diskutieren, wie wir als regionale Community dieses Projekt unterstützen können.
Schon nach kurzer Zeit landete die Diskussion bei dem Grundsatzthema „Wie viel Rahmen und Struktur benötigt Selbstorganisiertes Lernen?“. Unser Fazit: Selbstorganisiertes Lernen braucht definitiv einen Rahmen und immer auch einen Initiator, der den Aufschlag macht. Für die Upskilling Roadmap 2019 übernimmt die Roadmap Crew jetzt diese Aufgaben und unterstützt die einzelnen Kompetenz-Teams bei ihrem eigenen Lernprozess.

In der Session “Communities versus Netzwerk” wurden die unterschiedlichen Aspekte beider Organisationsformen diskutiert. Kurzbeschreibung der Ergebnisse folgt.

 

 

 

 

 

 

In großer Runde wurde dann das eigentliche Kernthema ausführlich diskutiert: „Wer sind unsere Teilgeber/Innen? Wie motivieren, qualifizieren … wie arbeiten wir mit ihnen zusammen?“  Stefanie Döring (@StefanieDoering): Zu dieser Sess

ion haben sich drei SessiongeberInnen zusammengefunden. Wir haben uns zunächst erst einmal unseren Teilgeber/Lerner angeschaut und uns gefragt, was braucht ein Mitarbeiter/In um selbstorgansiert zu lernen? Für uns als wichtigste Eigenschaft haben 

wir die intrinsische Motivation in Verbindung mit Neugier herausgefiltert. Der/die MitarbeiterIn hat einen inneren Antrieb und Wunsch das Problem, die Herausforderung zu lösen. Hat er/sie das per se nicht, dann lernen die MitarbeiterInnen eher auf Anweisung oder sehen keinen Grund zum Handeln.

Norman Fass: Es ließ sich herausarbeiten, dass wir uns in einem Spannungsverhältnis befinden, in dem wir zwischen dem reinen Organisieren von Rahmenbedingungen und dem unternehmerischen Handlungsdruck hin und her schwingen. Manche Lerner sind so stark selbst motiviert, dass es lediglich darum geht, die Lernräume zu eröffnen. Anderen wiederum muss ggf. die betrieblich Notwendigkeit nahe gelegt werden. Es handelt sich schließlich um Menschen und nicht alle verfolgen das Ziel der kontinuierlichen Weiterentwicklung im Ihrem beruflichen Alltag. Der individuell wahrgenommene Nutzen wird immer eine Rolle spielen. Und diesen zu erkennen und zu adressieren, kann durchaus herausfordernd sein.
Als weiterer Aspekt offenbarte sich, dass eine Zuweisung eines Expertenstatus, also einer Expertise, nicht für jeden Lerner bzw. Teilgeber als angemessen empfunden wird. Hier ist also von den Initiatoren der Expertennetzwerke viel Fingerspitzengefühl gefordert.

Für diejenigen, die den Auftrag und/oder den Wunsch haben, lernende Menschen/Kollegen im Unternehmen zu gewinnen und Sie zu Teilgebern zu machen, bedeutet das gelegentlich viel Anstrengung. Umso mehr sollten wir uns auf die Lerner konzentrieren, die mitmachen wollen, mit diesen erste kleine Schritte gehen und erste Erfolge feiern. Die dadurch entstehende Motivation wirkt als gemeinsamer Antrieb für das Weitermachen und Ausweiten der Initiativen.

Gastgeberin Marion Gerbitz (@MarionGerbitz ) – mein Fazit: Alle waren am Ende – wie immer, das ist großartig! – inspiriert, energetisiert und hatten neue Lösungsideen. Für mich sehr wertvoll war die Diskussion über Selbststeuerung – was irgendwie bei allen Thema war: es braucht einen Rahmen, auf den man sich bezieht, der Kontext gibt und auch Arbeitsstruktur. Für mich war hilfreich festzustellen, dass auch wir als L&D Professionals mit dem Lernen so unsere Schwierigkeiten haben; selbstgesteuert, proaktiv am Ball bleiben, von selbst Impulse einbringen, mutig sein durch Vorangehen … ein Beispiel dafür war die relative Ruhe nach dem Upskilling-Sprint: viele haben sich beteiligt, sich für die Kompetenzen eingetragen … und dann warten wir kollektiv auf die anderen 😉 Mir geht es in hohem Maße so – vielleicht anderen ganz anders … das ist eine nächste spannende Diskussion … hat etwas mit Führung und geführt werden zu tun und auch mit Selbstwert/Selbstvertrauen und Vermeidung von Ablehnung oder Kritik.

Wir freuen uns auf eure Kommentare und Ergänzungen. Das nächste Meeting wird im ersten Quartal 2019 in Hameln bei der Firma Lenze stattfinden – Nicole Bergmann (@_NicoleBergmann ) wird dort unsere Gastgeberin sein!

Danke Leute, das war sehr cool, euch hier in Göttingen zu begrüßen und mit euch zu lernen!