CLP083: Selbstgesteuerte Kompetenzentwicklung in Kunden-Projekten bei Spirit Link

Keine Abteilungen, keine Funktionsbezeichnungen, gewählte Führungskräfte, von Mitarbeitern angegebene Kompetenzen mit der Angabe, wohin man sich noch entwickeln will, das sind alles Bedingungen, die man bei Spirit Link vorfindet.
Wie funktioniert in einem solchen Unternehmen, das ganz viel Wert auf Gemeinsamkeit und zufriedene Mitarbeiter legt, eigentlich Weiterbildung war meine Frage. Cornelia Dietz redet aber überhaupt nicht von Weiterbildung, nur von Kompetenzentwicklung. Und die habe ganz viel mit der Kultur zu tun. Vertrauen und Zutrauen sind Grundprinzipien bei Spirit Link, die dann auch bei der eigenen Entwicklung gelten. Mitarbeiter geben ihre Kompetenzen selber für alle intern sichtbar an, auch wohin sie sich weiterentwickeln wollen. Weil man am meisten bei der Arbeit lernt, werden alle anstehenden Projekte veröffentlicht, damit sich Mitarbeiter zum Mitarbeiten bewerben dürfen – auch wenn sie noch nicht ganz fit sind für diese Aufgabe. Viele spannende Antworten zu einer ganz anderen Vorstellung von “Weiterbildung” gab mir Cornelia Dietz in diesem Interview.

CLP082: Erfolg verglücklichen – Interview mit Markus Hanauer, Gründer von Spirit Link

“Gemeinschaft schaffen”, dass verwirklicht der Gründer und Geschäftsführer Markus Hanauer nicht nur intern, sondern auch in den Kundenprojekten von Spirit Link. 60 Mitarbeiter arbeiten eigenverantwortlich, ohne fachliche Führungskräfte, ohne Abteilungsgrenzen und ohne Funktionsbezeichnungen. Trotzdem gibt es Führungskräfte. Die wählen sich die Mitarbeiter selber aus. Deren Aufgabe besteht aber ausschließlich darin, darauf zu achten, dass es den Mitarbeitern gut geht, sie sich weiterentwickeln und auch angemessen bezahlt werden. Bei den Unternehmenszielen steht die Rendite erst an dritter Stelle, Davor kommt die menschliche Zufriedenheit – die der Kunden und die der Mitarbeiter. Das führt zu einer höheren Rendite als im Durchschnitt der Agentur-Branche.
Gemeinsam, Gemeinschaft, Feedback-Kultur, Eigenverantwortung – das alles sind Stichworte, die hier auch auf Entwicklung von Mitarbeitern, auf Lernen hinweisen.
Link zu Spirit Link: https://www.spiritlink.de/.
Link zu Markus Hanauer: https://www.linkedin.com/in/markushanauer/
Das Interview führte Karlheinz Pape.

CLP081: Erster Corporate Learning Coach bei DATEV

Eine Software-Entwicklungsabteilung bei der DATEV übernimmt Entwicklungsaufgaben, die in drei Monaten erledigt sein müssen. In jedem dieser Drei-Monats-Projekte werden andere Skills benötigt. Das Team muss sich die fehlenden Skills dann sehr schnell aneignen. Das bedeutet, alle Lernmöglichkeiten zu nutzen, vom Austausch unter Kollegen bis zum Seminar, falls das aktuell stattfindet. Dieses andauernde Lernen für die Abteilungs-Teams anzuregen und zu erleichtern, ist Aufgabe von Jürgen Latteyer, dem ersten Corporate Learning Coach.
Das Interview führte Karlheinz Pape.

CLP075: Wie Podcasts zum Lernen verführen

Podcasts scheinen im Aufwind. Nachdem Privat-Podcasts jahrelang die Szene beherrschten, steigen jetzt Print-Medien und andere Unternehmen immer mehr in die Podcast-Produktion ein.
Ein Grund für das Hören von Podcasts liegt sicher in der massenhaften Verbreitung von Kopfhörern: Jeder scheint heute einen zu haben. Manche geben dafür sogar sehr viel Geld aus. Betrieben werden die Kopfhörer hauptsächlich am Smartphone, ursprünglich wohl um damit Musik zu hören. Damit läßt sich natürlich auch Radio oder Podcast hören.

Auf Anbieterseite gibt es inzwischen unzählige Podcasts. Auf der wohl immer noch größten Podcast Plattform iTunes konnte man 2018 unter 18,5 Millionen Podcast Episoden wählen! iTunes ist aber nicht die einzige Plattform, Soundcloud, Spotify und Co hosten ebenfalls unglaublich viele Podcasts.

Aber warum eignen sich Podcasts nun so gut fürs Lernen? Was macht den Unterschied zu anderen Lern-Medien? Welche Wirkung hat der Sprecher? Und: Wer Podcasts hört, will sich unterhalten – oder lernen? Oder sogar beides?

Dazu habe ich mit Guido Brombach auf der Subscribe 10 gesprochen. Guido ist Pädagoge und podcastet selbst schon lange, aktuell auch bei Bildung Zukunft Technik.

Guido Brombach berichtet, dass er eigentlich Unterhaltung sucht, das dass aber von Lernen nicht zu trennen ist. Er folgt Podcasts mit Menschen, die er kennt. Überhaupt hat für ihn die Beziehung zu den sprechenden Menschen eine hohe Bedeutung. Podcasts führen ihn in Gebiete, die er von sich aus nicht aufgesucht hätte:

“Interessante Menschen können mich mit Dingen beschäftigen lassen, die ich sehr unspannend finde. Und diesen Mechanismus, den kann man sich in Podcasts sehr gut zu Nutze machen …”

Der vom Original, von Guido Brombach gesprochene Text – ist aus meiner Sicht ein gutes Beispiel: Würde ein gelesener Text so viel Zusatzinformationen transportieren? Man kann Guido hier beim Denken zuhören. Man spürt, was ihn bewegt, was ihn nachdenklich macht, wo er sich sicher ist, und was ihm wichtig ist.

Über diese Meta-Informationen spricht auch Tim Pritlove, den ich auf der gleichen Konferenz nach seinem Vortrag kurz interviewen konnte. Tim Pritlove ist so etwas, wie ein Urgestein der deutschen Podcast-Szene. Er produziert verschiedene Podcasts und ist auch der Vater von “Podlove”, den auch wir als Web-Player für Podcasts nutzen.

Tim Pritlove macht schön deutlich, warum Podcasts so persönlich sind. Meist werden Podcasts mit Kopfhörern gehört. Die Sprechenden sind unmittelbar am Ohr und damit ganz nah. Wer frei spricht, dem kann man beim Denken zuhören. Da stecken viele Meta-Informationen drin, wie Sprechpausen, schnell oder langsam, lauter oder leiser, sicher oder unsicher, … Dieses Mehr an Informationen gegenüber einem Text sorgt für mehr Verständnis. Sprache ist die direkte Übertragung von Gedanken aus dem Kopf. Die Kodierung in Schrift-Text muss ja auch wieder vom Lesenden dekodiert und interpretiert werden. Das erhöht das Risiko von Missverständnissen.

Erst wir können heute den gesprochenen Text in Audio-Files konservieren und jedem zur Verfügung stellen. Den missverständlichen Umweg über die Schrift brauchen wir eigentlich gar nicht mehr.

Guido Brombach hat die Beziehung zum Sprecher hervorgehoben. Tim Pritlove beschreibt, wie wichtig das Original als Sprecher ist. Nur der Themen-Experte wird die angeprochenen Meta-Informationen mitliefern. Ein Profi-Sprecher hört sich zwar gut an, aber der Informationsgehalt ist deutlich geringer. Damit haben Podcasts 2 Vorteile: Die weniger kodierte Information, und einen zusätzlichen Informationsgehalt.

Ein dritter Vorteil kommt noch hinzu: Den Experten beim Sprechen aufzunehmen, ist wesentlich einfacher, als das Gesagte in einen Schrifttext zu bringen. Zur Produktion von Podcasts konnte ich Michael Greth interviewen. Er hat bereits über 400 Episoden seines Sharepoint-Podcasts produziert.

Mit soviel Podcast Produktionserfahrung schafft Michael Greth es, dass die Podcast-Bearbeitungszeit nur doppelt so lang ist, wie die erzeugte Podcast-Dauer. Dafür schneidet er nichts mehr. Alles muss von Anfang an passen. Seine Podcasts dauern im Schnitt 30 Minuten, sagt er.

Beim Verhältnis Produktionszeit zu Podcast-Dauer von 2 zu 1 bin ich noch lange nicht. Mit genügend Erfahrung wird der Produktions-Aufwand aber überschaubar. Und wer trotzdem noch Text haben will, der wird in wohl naher Zukunft den Service der automatischen Transkription gut nutzen können. Meine automatischen Transkriptionsversuche waren bisher noch nicht so recht zufriedenstellend. Aber wegen Alexa und Co wird sich das ganz sicher bald deutlich verbessern.

Also: Wag Dich ran ans Aufnehmen von Sprache. Das geht mit jedem Smartphone. Produziere Deinen nächsten Bericht mal als Audio-File. MP3-Dateien lassen sich genauso gut verteilen, wie Word-Dokumente. Der Orginalton ist inhaltsreicher. Und die Produktion ist einfacher als ein Text!

CLP074: DATEV Software Craftsmanship Community – eine selbstorganisierte Lern-Community

Erstellung und Weiterentwicklung von Software ist eine wesentliche Aufgabe für die DATEV. Rund 800 Softwareentwickler sind dafür bei der DATEV angestellt. Software-Entwickler sind Innovationstreiber, sie müssen sich dafür aber auch selbst ständig mit neuen Sprachen und Vorgehensweisen auseinandersetzen – oder anders ausgedrückt: Sie müssen permanent lernen.

Andreas Fischer hat deshalb schon vor einigen Jahren die DATEV SCC, die DATEV Software Craftsmanship Community gegründet. Heute nehmen praktisch alle DATEV Software Entwickler immer wieder mal an einem der 70 jährlichen SCC-Events teil. Vollkommen freiwillig, ohne Teilnahme-Betstätigung, viele aktiv mit Themenvorschlägen und eigenen Beiträgen. Das Voranbringen der eigenen Entwicklung treibt offenbar die gesamte DATEV-Entwickler-Mannschaft zu diesen selbstorganisierten Lern-Events. Aber Lehr-Veranstaltungen mit Referenten, die vorn Wissen vermitteln, findet man hier kaum. Das Voneinander-Lernen und das gemeinsame Tun steht bei der DATEV SCC im Vordergund.

Mich fasziniert die DATEV SCC auch deshalb, weil hier eine ganze Mannschaft ihre Weiterbildung selber in die Hand genommen hat. Dafür braucht es keine PE-Abteilung, aber einen Rahmen, in dem das intern stattfinden darf. Und den hat Andy Fischer mit seiner Initiative damals geschaffen. Ihn durfte ich auf dem DATEV DigiCamp im Juli 2019 interviewen. Er betreute dort einen ganztägig besetzten Stand zur DATEV SCC, in deren Nähe wir fürs Interview bleiben wollten. Dafür mussten wir die Hintergrund-Geräusche in Kauf nehmen.

Dokumentieren ist Lernen, ist Kommunikation, ist Netzwerken

Dass man es kaum vermeiden kann, beim Dokumentieren zu lernen, habe ich hier schon einmal ausgeführt. Kurz gefasst: Wer seine Gedanken formuliert, beschäftigt sich intensiv mit dem Gehörten – das nennen wir Lernen. Beim gemeinsamen Dokumentieren lernen lernen wir im Netzwerk. Das Teilen von Beiträgen ist die Basis für die Kommunikation zum Thema und es bildet Netzwerke. Dokumentiere mit, vor – beim – nach dem Weiterlesen …

CLP067 Interview mit Marcus zu seinem selbstgesteuerten Lernen

Hier ein paar seiner Aussagen:
Es gibt noch viel mehr, was sich nicht weiß, was ich kennenlernen möchte.
Die Verantwortung für mein Leben hab ich, die kann ich nicht abgeben.
Deshalb mache ich das alles privat.
Ob ich mich jetzt im Urlaub eine Woche an den Strand lege und nichts für mich tue, oder ein Woche lang mit interessanten Leuten zusammen lernen kann, dann ist das Zusammen-Lernen für mich effektiver uns sinnvoller.

Das Interview führte Karlheinz Pape.

CLP066 Aufzeichnung CL Sprint 12.4.2019: Die Kunst des selbstgesteuerten lebenslangen Lernens

Die verschiedenen lernOS-Leitfäden dienen der Strukturierung des selbstgesteuerten Lernens. Dabei werden Ideen von GTD (Getting Things Done), OKR (Objektive Key Results) und SCRUM in jeweils 13 wöchigen “Sprints” empfohlen. Jeder setzt sich sein eigenes Ziel und arbeitet allein, oder in einem lernOS-Zirkel an seinem persönlichen Ziel.
lernOS steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY, darf also von jedem verwendet und auch verändert oder angepasst werden.

00:00 LernOS – Betriebssystem für lebenslanges Lernen und Lernende Organisation
06:00 VUCA-Welt
08:40 Fremdgesteuertes und selbstgesteuertes Lernen
10:00 Standard Lern-Sprints mit 13 Wochen
11:50 Learning Sprints / Learning Circles / OKR
14:00 Circle / Beziehungen & Netzwerke / Ziele
15:40 Mindset / Toolset / Skillset: lernOS Wheel
17:30 Verfügbare lernOS-Leitfäden
20:30 CLC-Circle Marktplatz
21:30 Download der Leitfäden
22:10 Versionen der Leitfäden
23:40 Erstes Treffen in Woche 0
24:00 lernOS Canvas
25:20 One Note Circle Template
26:20 MS Teams für virtuelle Treffen
28:00 11 Katas in 11 Wochen
29:40 Sprint Retrospektive & Abschluss in Woche 12
31:00 lernOS Rockstars Camp
32:20 Nutzt jetzt den CLC-Circle Marktplatz
34:00 Ask me Anything
44:30 Getting Things Done for Teens