Am 23. April traf sich die Regional-Community #clc0711 im Agility Lab der Universität Stuttgart, um den pragmatischen Nutzen von KI im Berufsalltag zu ergründen. Welche Use Cases gibt es schon? Was wurde ausprobiert? Was hat funktioniert — und wo stehen wir noch ganz am Anfang?
Gestartet sind wir mit einer Runde Lego Serious Play. Das Konzept von Lego Serious Play entstand Mitte der 1990er-Jahre im Umfeld von LEGO und dem IMD in Lausanne. Johan Roos und Bart Victor entwickelten das Konzept, um Führungskräften dabei zu unterstützen, Geschäftsmodelle und strategische Annahmen auf andere Weise zu beschreiben und zu hinterfragen. Später wurde die Methode unter anderem von Robert Rasmussen weiterentwickelt und Anfang der 2000er-Jahre als moderierte Methode offiziell eingeführt.
Lego Serious Play wurde als aktivierender Einstieg und Brücke zwischen KI-Use Cases und Networking erlebt. Im Feedback der Teilnehmenden wurde insbesondere die „Aha-Erfahrung“ betont: Über die Lego-Modelle wurden KI-Use-Cases und Networking auf intuitive Weise zusammengeführt. Der spielerische, aber ernsthafte Ansatz führte die Gruppe direkt zum aktiven Präsentieren. Die Stärke der Methode zeigte sich, als Gedanken zum Einsatz von KI nicht nur besprochen, sondern buchstäblich greifbar und erzählbar wurden.
Und dann war die Zeit schon fast um. Es blieb nur noch Zeit, eine Vorgehensweise vorzustellen, mit der sich Studien mithilfe eines Chatbots auswerten lassen. Die Gruppe konnte miterleben, wie umfangreiche Studiendokumentationen und wissenschaftliche Texte durch die richtige Herangehensweise sinnvoll nutzbar werden. Dabei ist die veränderte Haltung im Umgang mit KI besonders relevant. Es wurde deutlich, dass es nicht darum geht, komplexe Texte lediglich automatisch zusammenfassen zu lassen. Vielmehr ist ein dialogischer Prozess entscheidend: Fragen stellen, Zwischenergebnisse prüfen, Begriffe klären, Argumentationslinien herausarbeiten und Aussagen mit Quellen absichern. So wird KI zu einem Werkzeug, das wissenschaftliche und fachliche Texte erschließbar macht, ohne die eigene Urteilskraft zu ersetzen.
Aus den Stimmen der Community wird deutlich, wie die praktische Anwendung von KI in der Wissensarbeit die graue Theorie ablöst – konkret wurden folgende Ansätze diskutiert:
- KI als vielschichtiges Lern- und Organisationsthema
KI wurde nicht nur als Tool-Thema verstanden, sondern als Entwicklung, die weit über L&D hinausreicht: in Unternehmen, Hochschulen, Verwaltung und Gesellschaft.
- KI als Booster – aber mit ethischer Reflexion
Ein zentrales Motiv war: KI kann Lernen, Wissensarbeit und Produktivität stark beschleunigen. Gleichzeitig müssen ethische Fragen, Verantwortung und künftige Kompetenzanforderungen mitgedacht werden.
- KI-Use-Cases gemeinsam entwickeln
Lego Serious Play wurde als Methode erlebt, um KI-Anwendungsfälle greifbar zu machen und zugleich Austausch und Networking zu fördern.
- Zukunft von Arbeit, Wissen und Kompetenzen
Mehrere Rückmeldungen betonen, dass sich Jobs, Wissensarbeit und Kompetenzanforderungen massiv verändern werden. Besonders relevant ist die Frage, wie kommende Generationen mit KI umgehen werden.
- Hochschule, Prüfungen und Anschlussfähigkeit
Die Hochschulperspektive wurde als wichtiger blinder Fleck benannt: KI verändert Prüfungsanforderungen und wirft Fragen zur Beschäftigungsfähigkeit von Studierenden auf.
- Exnovation im Lernen
Der Begriff Exnovation wurde als starkes Argument wahrgenommen, um veraltete Lernsysteme kritisch, aber konstruktiv zu hinterfragen und Raum für neues Lernen zu schaffen.
Am 2. Juni trifft sich die #clc0711 zum nächsten Community Meeting, um die Zukunft des Lernens buchstäblich mit den Händen zu gestalten. Unter dem Motto „Meinen persönlichen Lernweg gestalten“ setzen wir dieses Mal in vollem Umfang auf Lego Serious Play, um Gedanken greifbar zu machen und neue Wege sichtbar werden zu lassen. Neugierig? Dann klick auf den Link und sei beim nächsten Meetup dabei!