Mein Rückblick auf ein lernreiches CLC Jahr …

2025 war nun das erste Jahr, dass die CLCfour quasi fliegend von Karlheinz Pape übernommen haben – nicht nur die Geschäftsführung der Corporate Learning Community gUG, sondern die Ausrichtung, Begleitung und das Hochhalten des gemeinsamen Anliegens, nämlich Lernen und Lehren in Organisationen gut und wirkungsvoll zu gestalten.

2025 hatte sich die Community nach einiger Zeit wieder ein durchgehendes Jahresmotto gegeben: „Mehr Intelligenz ins Lernen„. Und selten hat ein Satz so gut gepasst. Denn 2025 war ein Jahr, in dem wir alle viel dazugelernt haben – als Menschen, im Netzwerk, als Organisation und als Community.

Und wer mit dem Motto „Mehr Intelligenz ins Lernen“ startet, kann nur beim Motto „Learning Beyond Teaching“ ankommen, aber dazu etwas weiter unten.

Lernen beginnt nicht beim Senden

Wir verwechseln Lernen noch immer zu oft mit Lehren. Oder nehmen an, dass das Eine automatisch zum Anderen führt. Und so schicken wir Inhalte durch Plattformen, verteilen Wissenshäppchen – und hoffen, dass etwas hängen bleibt. Das sind wir nicht nur gewohnt, sondern wird in vielen Organisationen auch von uns erwartet. Doch – das wissen wir längst – Lernen funktioniert nicht wie eine Raubtierfütterung. Es braucht Relevanz, Emotion und Anwendung. Und damit auch ein Lehren, dass dies ermöglicht.

Echtes Lernen passiert also nicht im LMS oder im Schulungsraum, sondern im Kopf – und oft im Bauch. Es vollzieht sich ganz natürlich dort, wo Neugier Raum bekommt und lustvolles Experimentieren erlaubt ist. Wenn Corporate Learning Wirkung entfalten soll, dann nicht durch Kontrolle, sondern durch Gelegenheiten und Vertrauen. Lernen ist kein Konsumakt, sondern Arbeit am eigenen Denken und Tun.

„Hören wir auf, Content über den Zaun zu werfen – schaffen wir Räume für echte Verarbeitung.“

Mehr als künstliche Intelligenz

So, und wer glaubt, dass unser Motto allein auf künstliche Intelligenz abzielt, der hat – wie viele – Wesentliches übersehen. Künstliche Intelligenz ist allgegenwärtig – sie schreibt Texte, analysiert Daten, erstellt Lerninhalte.

Doch KI versteht nicht(s) und leidet unter Kontextmangel. Bedeutung entsteht erst im Kopf der Lernenden. Wirklich „intelligentes“ Lehren und Lernen entsteht dann, wenn wir alle Formen menschlicher Intelligenz nutzen, z.B.

  • emotionale Intelligenz, um uns selbst und andere besser zu verstehen,
  • soziale Intelligenz, um gemeinsam zu lernen und zu wachsen,
  • kreative Intelligenz, um neue Wege zu denken,
  • praktische Intelligenz, um Wissen in Handlung zu übersetzen.

All diese Intelligenzen ergänzen einander. Wenn sie zusammenspielen, wird Lernen nicht nur effizienter – sondern auch lebendiger.

KI kann all diese Intelligenzen nicht ersetzen, aber veredeln: indem sie uns entlastet und neue Perspektiven öffnet. Die wahre Intelligenz entsteht aber dort, wo Mensch und Maschine gemeinsam agieren – und wo Lernen zutiefst menschlich bleibt.

Lernen ist Teamsport

Individuelles Lernen ist gut. Gemeinsames Lernen ist besser. Kollektive Intelligenz entsteht, wenn Menschen miteinander denken und tun, statt nebeneinander zu trainieren. In der CLC erleben wir das immer wieder: Lernen wird dort wirksam, wo wir einander zuhören, reflektieren und uns gegenseitig inspirieren.

So gesehen ist Lernen weniger ein Kurs – und mehr ein Gespräch, ein Diskurs oder einfach ein gemeinsames Experimentieren und Reflektieren.

Ein intelligentes Jahr für die CLC

Das konnten 2025 die Vielen der Corporate Learning Community selbst erfahren. Es wurde wieder ein buntes, vielfältiges Jahr, in dem sich viele für das gemeinsame Anliegen echt ins Zeug gelegt haben. DANKE Euch allen von Herzen dafür!

Hier findet ihr paar dieser Erlebnisse im Zeitraffer: Im Jänner ein Revival-Versuch der fast schon legendären Twitter-Chats auf Mastodon mit dem FediChat. Dann die Zukunftscamps, um den Status Quo der CLC zu beleuchten und Weiterentwicklungsmöglichkeiten (und auch -notwendigkeiten) herauszufinden. Diese wurden am CL Barcamp im März in Hamburg nochmals verdichtet.

An diesem CL Barcamp haben wir als CLCfour die Koordination der CLC übernommen – es war ein emotionaler Abschied von Karlheinz Pape, der über viele Jahre Herz und Kopf der Bewegung war.

Dort fand auch die Idee des CLC Buches seinen großen Auftakt, das im Selbstverlag demnächst mit über 30 Beiträgen im Handel erhältlich sein wird. Neben dem CLC AI Lab gab es auch Experimente zu Lernreisen der österreichischen CLC, die im direkten Erleben gezeigt haben, wie selbstorganisiertes Lernen in der Praxis funktioniert.

Im Herbst war die CLC am Knowledge Camp der GfWM aktiv beteiligt sowie auf der L&Dpro mit Keynotes und auf der Community Area präsent. Das Corporate Learning Camp in Wien brachte erneut diese besondere Energie: Offenheit, Begegnung, Lernen auf Augenhöhe. Und das CLC Jahresmotto „Mehr Intelligenz ins Lernen“ schaffte es auch ins österreichische Jahrbuch der Weiterbildung, das im Oktober feierlich in Wien präsentiert wurde.

Und natürlich wurden (fast) alle bestehenden Formate weitergeführt: CLC Lunch&Learn, CLC Lunch&Welcome, CLC Inspire&Network, Professionalität² – Kollegiales Peer-Coaching, Lernreise Future Skills. Der M365 Stammtisch wurde nach fast 25 Treffen in 2025 beendet.

Was für viele kaum sichtbar war: Im Hintergrund haben wir als CLCfour alle Fäden inkl. der Geschäftsleitung der gUG übernommen, hatten mit Notaren, Banken und Steuersätzen zu tun. Wir haben alle bestehenden Stränge erkundet und sortiert. Das klingt simpel, hat aber deutlich mehr Zeit und Energie bedeutet, als wir das selbst erwartet hätten, so vielfältig und aktiv ist die CLC inzwischen geworden.

Und: es war uns ein Anliegen, die aktiven Regionalcommunities zu stärken und haben sie daher ins CLC Kernteam eingeladen. Insgesamt war 2025 mit einem neuem Erscheinungsbild, erweiterter Community-Struktur und neuen Kooperationen für die ein sehr lebendiges Jahr für die CLC mit viel Energie.

Intelligent wirken – Beyond Teaching

Das Jahresmotto ist mit dem Jahreswechsel Geschichte, die Haltung hinter „Mehr Intelligenz ins Lernen“ bleibt. Sie ist weiterhin Einladung, Lernen nicht als Pflichtprogramm für Mitarbeitenden zu verstehen, sondern als kollektives Abenteuer, das intelligent gestaltet werden will.

Dieses Abenteuer mit all den persönlichen, bedeutsamen Erlebnisse sind Lernen und ist damit das Ziel unserer Aktivitäten in der CLC. Doch wie können wir – trotz aller Gewohnheiten und Erwartungen an uns – solche Abenteuer gestalten? Wir schaffen wir Geschichten, die uns packen? Wie gelingen Formate, die irritieren oder überraschen – und positive Emotionen entfachen?

Deshalb stellen wir 2026 das Lernen und das Lehren in den Betrachtungsfokus. Es geht ums Erfahren und nicht ums (Be)Lehren. Das ist auch der Kerngedanke des diesjährigen Jahresmottos: „Learning Beyond Teaching

Wenn wir uns nicht mit „Teaching“ als Wissensvermittlung zufriedengeben, können wir Lernwelten gestalten, die Menschen wirklich berühren, inspirieren und in Bewegung bringen. Das wollen wir dieses Jahr erforschen und erkunden – gleich beginnend am 26. Corporate Learning Camp im März in Hamburg.

Lasst uns die Vielfalt an Lerngelegenheiten ausbauen und weiterdenken, neu verbinden und so gestalten, dass sie inspirieren, berühren und bewegen – jenseits des formalen, monodirektionalen Lehrens.

Dies brauchen wir gerade in Zeiten der Re-Orientierung und Transformation. Diese werden nur gelingen, wenn sich Menschen wie Organisationen auf geänderte Umfelder rasch und passend einstellen können – man könnte schließlich auch Lernen dazu sagen ;-).

Oder wie formulierte es der Zukunftsforscher Franz Kühmayer so treffend:

Es zählt immer weniger: Wer hat das größere Budget, wer hat mehr Spezialisten. Sondern: Wer kann schneller lernen?

Wir werden in den nächsten Jahren noch viel KI sehen – aber hoffentlich auch mehr menschliche Intelligenz: Empathie, Neugier, Mut. Denn am Ende geht es um Menschen. Und die lernen am besten – miteinander.

Also, wer ist (wieder) dabei?