Was auf dem #CLCamp25 in Wien seinen Auftakt nahm, hat heute Fahrt aufgenommen: die CLCA Forschungsreise.
Die Idee: in Lernreisen geht es vorrangig um individuelles Lernen, doch wie kann eine ganze Organisation oder eine Community iterativ und selbstgesteuert lernen? Kurzerhand hatten wir die Idee einer Forschungsreise, also Klärung einer relevanten Frage oder Themas mit klaren Erkenntnissen. Diese sollten so dokumentiert werden, dass andere daran ihre eigene Forschungsreise anschließen können. Rasch haben wir in der Session am Camp im Herbst in Wien gemerkt, dass eine attraktive und gleichzeitig gut bearbeitbare Forschungsfrage gar nicht einfach zu formulieren ist.
Daher hat sich das erweiterte Kernteam der Corporate Learning Community Austria (CLCA) heute zu einem Hackathon trifft? Es wird nicht nur diskutiert – es wird geklärt, gerungen, dekonstruiert. Gastgeber Hannes Amon von OVOS Play bot uns erneut den perfekten Rahmen, um die Idee unserer Forschungsreisen auf die Straße zu bringen.
Der Tag war geprägt von ehrlichem Austausch, dem Klären unserer Erwartungen und der Lust, den Weg gemeinsam (voraus) zu gehen. Zusätzlich hatten wir Gast am Tisch bzw. im Monitor: die KI. Gemeinsam mit einem CustomGPT, den Martin im Zug nach Wien vorbereitet hat, haben wir unser Vorhaben geschärft und das Forschungsfeld radikal eingegrenzt.
Der Weg: vom „Lernen um zu“ zum „Wagnis des freien Lernens“, im sowohl als auch …
Unsere Ausgangsfrage war viel groß: Wie lernen wir in Organisationen 2030? Wie bekommen wir Lernen und Arbeiten zusammen? Ist Lernen das neue Arbeiten? Doch wir wollten tiefer graben. Wir wollten weg von der reinen Utilitaristik (nur dann „Lernen, damit der Prozess läuft“) hin zur Neugier als ökonomischem Überlebensfaktor – beides wird künftig in Organisationen wichtig sein (aber das ist auch nur eine Annahme).
Mit Hilfe der KI destillierten wir aus unseren Diskussionen zwei konkrete Forschungsfragen, die uns in zwei Teams die nächsten Monate leiten werden:
- Unternehmertum & die ökonomische Legitimation: Wie kann das unternehmerische Wagnis zweckfreien Lernens in Organisationen gerechtfertigt werden, um das (Über-)Leben von Organisationen in aller Dynamik zu ermöglichen und dennoch heute ökonomisch zu rechtfertigen?
(mehr zum Diskurs rund dieses Thema findest Du in meinem Blog) - Lernkultur und Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen: Welche Dimensionen umfasst der Begriff Lernkultur konkret und operationalisiert und wie lässt sich der aktuelle Status Quo tatsächlich messen?
Die Expedition: 13 Wochen praktische Forschung
Die Fragen werden von uns in den Teams noch weiter geschärft. Aber wir belassen es nicht beim Theoretisieren. Analog zu unserem bewährten Format der Lernreisen machen wir uns auf eine selbstgesteuerte Expedition. Über 13 Wochen hinweg werden wir diese Fragen untersuchen, klären, eingrenzen, eventuell Experimente wagen oder Daten sammeln. Mit dem Ziel, konkrete Erkenntnisse zu diesen Fragen zu erarbeiten und offen zur Weiterarbeit zur Verfügung zu stellen.
Noch vor dem Sommer werden wir gemeinsam über unsere Erfahrungen reflektieren: Was haben wir gelernt? Wie ist es uns bei diesem Experiment ergangen? Wie relevant sind diese Erkenntnisse für die Zukunft des Corporate Learning? Und vor allem: Sind solche Forschungsreisen ein mögliches Format fürs Lernen? Ganz dem Jahresmotto entsprechend: Beyond Teaching.
Sei dabei!
Wir haben die Landkarte skizziert, jetzt beginnt die Reise. Möchtest du auch Teil dieser Expedition sein? Ein paar wenige Plätze in den Forschungsgruppen haben wir noch frei. Wenn du Lust hast, das Lernen von morgen aktiv mitzugestalten, sprich uns einfach an!
Ein riesiges Dankeschön an alle Beteiligten für diesen inspirierenden Hackathon. Wir haben das Feld bestellt – jetzt wird geforscht.