Learntec Nachklapp mit Katrin und Giovanna während des Messeabbaus
1. Metadaten & Kern-Thema
- Hauptthema: Das Gespräch reflektiert die Learntec 2026 aus Perspektive der Corporate Learning Community und hebt vor allem Community, Vernetzung, informelles Lernen und praxisnahe Impulse für Learning Professionals hervor.
- Gäste/Experten:
- Giovanna aus der Corporate Learning Community moderiert das Gespräch direkt vom Messeabbau.
- Katrin Zinke, Learning-Autorin, berichtet über ihre Eindrücke der drei Messetage.
2. Executive Summary – Das Wichtigste in Kürze
Die Episode zeigt die Learntec weniger als reine Fachmesse, sondern als lebendigen Community- und Netzwerkraum. Besonders hervorgehoben wird der Stand der Corporate Learning Community als Treffpunkt, Austauschort und sichtbarer Beleg dafür, dass Lernen auch ohne formales Weiterbildungsbudget über Netzwerke, Projekte und Community-Beteiligung möglich ist. Inhaltlich werden Impulse zu interaktiven Lernformaten, Gamification, interaktivem Video und neuen Tools wie Genially angesprochen. Die zentrale Erkenntnis lautet: Corporate Learning lebt stark von Beziehungen, gegenseitiger Inspiration, niedrigschwelliger Beteiligung und dem Teilen von Expertise.
3. Zentrale Thesen & fachliche Kernpunkte
- Community als Lerninfrastruktur:
Die Corporate Learning Community wird als Ort beschrieben, an dem Lernen nicht primär über Budgets, Programme oder formale Trainings entsteht, sondern über Beteiligung an Projekten, Austausch und Netzwerkaktivität. - Lernen ohne klassisches Weiterbildungsbudget:
Eine zentrale Aussage lautet, dass man „kein Weiterbildungsbudget braucht, um sich weiterbilden zu können“, weil in der CLC viele Projekte existieren, an denen Interessierte teilhaben können. - Messe-Stand als Community-Knotenpunkt:
Der Stand der Corporate Learning Community wird nicht als klassischer Verkaufs- oder Ausstellerstand verstanden, sondern als Treffpunkt, Verknüpfungsraum und sichtbarer Community-Ort gegenüber der Mainstage. - Netzwerklernen und Beziehungsqualität:
Mehrfach wird betont, wie wichtig der persönliche Austausch mit Menschen ist, die man bisher nur digital kannte. Aus Online-Kontakten werden reale Beziehungen; daraus entstehen Vertrauen, Zugehörigkeit und fachlicher Rückenwind. - Lebenslanges Lernnetzwerk:
Katrin beschreibt das Netzwerklernen sinngemäß als Teil ihrer DNA. Damit wird Lernen als dauerhafte soziale Praxis verstanden, nicht als punktuelles Event. - Interaktive Lernformate und Tool-Impulse:
Als fachlicher Impuls wird Genially genannt. Das Tool wird mit interaktiven Elementen wie Flipcards und interaktivem Video verbunden. Besonders relevant ist die Idee, Lernende nicht nur passiv Videos anschauen zu lassen, sondern Videos durch Fragen, Stopps und Wiederholungen aktivierend zu gestalten. - Interaktives Video als lernwirksames Format:
Im Gespräch wird erwähnt, dass interaktive Videos wissenschaftlich belegt wirksamer sein können als reines Anschauen: Lernende sehen kurze Sequenzen, beantworten Fragen, wiederholen Inhalte und verankern Wissen stärker. - Community-Overlap und Ökosystemdenken:
Es werden Verbindungen zu anderen Initiativen wie Innovation Island und New Learning Lab angesprochen. Wichtig ist dabei der Gedanke, dass verschiedene Communities nicht konkurrieren, sondern sich überlappen, gegenseitig stärken und Synergien erzeugen. - Sichtbarkeit von Expertise aus der Community:
Mehrere Vorträge von Personen aus dem CLC-Umfeld werden positiv hervorgehoben. Die Episode macht deutlich, dass Communities nicht nur Austauschorte sind, sondern auch Räume, in denen Expertise sichtbar, teilbar und wirksam wird. - Niedrigschwellige Aktivierung durch Formate:
Das Format KI-Poker wird als beliebt und aktivierend erwähnt. Es steht beispielhaft für spielerische, dialogische Zugänge zu komplexen Themen wie KI.
4. Praxisrelevanz & Key Takeaways
Für Corporate Learning Professionals ergeben sich aus dem Gespräch mehrere konkrete Schlussfolgerungen:
- Community-Angebote strategisch als Lernformate ernst nehmen:
Lernen entsteht nicht nur in Trainings, sondern auch in offenen Projekten, Communities, BarCamps, Messeformaten und informellen Austauschgelegenheiten. - Lernräume als Beziehungssysteme gestalten:
Wer Corporate Learning stärken will, sollte nicht nur Inhalte kuratieren, sondern Gelegenheiten schaffen, in denen Menschen sich begegnen, wiedererkennen, austauschen und gemeinsam weiterdenken können. - Messestände oder Events nicht nur als Informationsflächen planen:
Der CLC-Stand wirkt vor allem deshalb, weil er ein sozialer Knotenpunkt ist. Für Organisationen heißt das: Lern- und Wissensstände sollten Begegnung, Beteiligung und Gespräch ermöglichen, nicht nur Material präsentieren. - Interaktive Medien gezielt einsetzen:
Videos, Lernmodule und digitale Inhalte sollten stärker durch Fragen, Stopps, Entscheidungspunkte, kleine Reflexionen oder Wiederholungen aktiviert werden. Reines Konsumieren reicht für nachhaltiges Lernen oft nicht aus. - Tools wie Genially experimentell prüfen:
Neue Autorentools sollten nicht nur nach Funktionsumfang bewertet werden, sondern danach, ob sie Interaktion, Aktivierung, Wiederholung und Anwendung unterstützen. - Expertise aus Communities sichtbar machen:
Vorträge, Mini-Sessions, Peer-Beiträge und Community-Formate können helfen, internes und externes Wissen greifbar zu machen. Learning Professionals sollten solche Sichtbarkeitsräume bewusst schaffen. - Kooperation zwischen Communities fördern:
Überschneidungen zwischen Netzwerken sind kein Problem, sondern eine Ressource. Organisationen können davon lernen, indem sie Lernökosysteme nicht als isolierte Programme, sondern als vernetzte Räume denken.
5. Kontroversen / Diskussionspunkte
Explizite Kontroversen zwischen den Sprecherinnen gibt es nicht. Kritisch interessant ist jedoch ein impliziter Gegensatz: Die Learntec wird nicht primär als Ort des klassischen Messe-Contents dargestellt, sondern als Ort von Community, Begegnung und informellem Lernen. Damit verschiebt sich der Fokus von „Welche Inhalte wurden vermittelt?“ hin zu „Welche Verbindungen, Impulse und Lerngelegenheiten sind entstanden?“